growing into the future

4

Gehen wir auf die Titelseite einer beliebigen Nachrichtenagentur, so drängen eine Vielzahl verschiedenster Themen gleichzeitig in unser Sichtfeld: der Klimawandel, die Pandemie, die soziale Ungerechtigkeit, die Umweltzerstörung... Die moderne Menschheit ist vor eine Vielzahl Probleme gestellt. Diese sind teils direkte Auswirkungen des rasanten Wachstums Menschlicher Systeme während der letzten 200 Jahre.

_______
Natürliche Systeme hingegen existieren bereits seit einer um ein Vielfaches längeren Zeit ohne vergleichbare Probleme zu generieren. Daher drängt sich eine genauere Betrachtung ihrer Funktionsweise auf. Die Frage stellt sich, was kann man von der Natur als Lösungsansätze für die Probleme aus den Menschlichen Verhaltensweisen übernehmen?

_______
Im Abgleich mit der Funktionsweise von Natürlichen Systemen kann man einige Lösungsansätze aus der Gegenüberstellung der beiden Systeme gewinnen. Die resultierenden Überlegungen habe ich versucht anhand eines Ausstellungskonzepts greifbar und nachvollziehbar machen.

HALLO!
HALLO!

Menschliches Wachstum
Ausmaß und Auswirkungen
____________________________

Es gibt einen Rahmen des Möglichen, in dem Leben erblühen kann. Wir Menschen brauchen beispielsweise ein stabiles Klima, um existieren zu können. Damit dies möglich bleibt, sollten unsere Systeme ihre Nischen nicht überstrapazieren. Das bedeutet, dass keine Grenzen überschritten werden dürfen und die Nährstoffe erhalten bleiben, damit nicht nur wir, sondern auch die Generationen und Organismen nach uns eine Lebensgrundlage haben. Seit einigen Generationen jedoch lebt die Menschheit weit über ihre Verhältnisse. Die Menge an Abgasen, an Müll, an Pestiziden, an aus der Erde extrahierten Ressourcen, ... – kurz die Menge an fast allem wächst kaum kontrollierbar an. Diese Art zu handeln hat katastrophale Folgen, da sie nicht nur unseres, sondern auch, die uns umgebenden Systeme zerstört. Diese Krise hat bereits begonnen, mehr noch sie wird sich zunehmend noch verstärken.

HALLO!
Vorhang als Ganzes

HALLO!
Detailaufnahme Vorhang

HALLO!

Die Diagramme verdeutlichen die Absolutheit der Auswirkungen Menschlichen Wachstums. Als Verdeutlichung der Zerstörungskraft habe ich sie auf Baumwollstoff eingebrannt. Um die Auswirkungen auch emotional greifbarer zu machen werden zusätzlich Naturaufnahmen und Ausschnitten aus Nachrichtensendungen der letzten Jahren auf den Stoff projiziert. Auch das Audio verdeutlicht durch eine Kakophonie an vielstimmigen, mehrsprachigen Überlagerungen der Nachrichtensendungen das Chaos der Folgen des Menschlichen Wachstums.

HALLO!
Projektion auf Vorhang

HALLO!
Projektion auf Vorhang

HALLO!
Projektion auf Vorhang

HALLO!

Typ I
Schnelllebig und Vergänglich
_______________________________

Typ I beschreibt Organismen aus der Pionier Nische. Fällt beispielsweise ein Baum um, so dringen sofort kleine Pflanzen in das Gebiet vor und überwuchern schnell alles. Typ I sind die Gräser und Blumen, die versuchen so schnell wie möglich die vorgefundenen Nährstoffe in neue Pflanzen umzuwandeln, bevor ihnen von größeren Pflanzen das Licht genommen wird. Diese Organismen sind einjährig wachsende Pflanzen, das bedeutet ihr gesamter Lebenszyklus, vom Keimen bis zur Produktion eigener Samen, findet während einer Vegetationsperiode statt. Sie brauche keine großen Wurzelsysteme und Nährstoffkreisläufe aufzubauen, da es zunächst genug Ressourcen gibt. So entsteht nur ein sehr geringer Informationsaustausch mit ihrer Umgebung. Totes Material spielt kaum eine Rolle, ihre Muster sind einfach, ihre biochemische Diversität begrenzt. Sie produzieren eine große Anzahl an Samen, die jeweils nur eine recht geringe Überlebenswahrscheinlichkeit haben, der Fokus liegt auf Quantität. Das Überleben der Art funktioniert nur durch das Besiedeln immer neuer Flächen.

Die Systeme des modernen Menschen haben starke Ähnlichkeit mit einem Typ I Organismus.

HALLO!
Typ I Rampe

HALLO!
Typ I Rampe

Typ I Rampe

HALLO!
Typ I Rampe

HALLO!
Typ I Rampe Seerosen

HALLO!

Typ II
Kreisläufe und Suffizienz
__________________________

Die nächste Stufe bilden die Typ II-Organismen. Sie sind bereits für längere Lebenszyklen geschaffen. Pflanzen, wie Büsche und Sträucher haben Wurzeln, die es ihnen erlauben tiefer nach Wasser und Nährstoffen zu suchen. Sie werden daher größer als Typ I-Organismen und brauchen mehrere Jahre bis sie herangewachsen sind. Büsche und Sträucher lagern Nährstoffe in ihrem Gewebe ein, um in kargen Zeiten von diesen Reserven zehren zu können. Durch Veränderungen in ihrer Struktur können sie sogar kalte Winter überleben. Im Frühjahr bauen sie dann auf der Struktur des Vorjahres auf und sprießen schneller als andere Pflanzen. Innerhalb eines Typ II-Organismus gibt es viele verschiedene Kompetenzen, wobei viele Aufgaben auch mehrfach verteilt werden, um eine größere Überlebenschance zu sichern. Die einzelnen Elemente sind für das Multifunktionale geschaffen, ihre Zusammensetzungen, Wachstumszyklen und Fähigkeiten unterscheiden sich dabei so, dass sie präzise auf ihre Aufgabe angepasst sind. Jedes Blatt einer Pflanze ist in seiner Form und Position so gewachsen, dass es individuell das beste Ergebnis mit dem geringsten Ressourcenaufwand erreicht. Auch im Nachhinein können Struktur und Ausrichtung noch verändert werden.

HALLO!

Um dabei auf das Nährstoffvorkommen abgestimmt zu reagieren und innerhalb ihrer natürlichen Barrieren zu bleiben, steht die Pflanze in engen Informationsaustausch mit ihrer Umgebung. So können Wurzeln beispielsweise die Trockenheit und Temperatur des sie umgebenden Bodens erkennen und diese Informationen an andere Bereiche der Pflanze weitergeben.

Um die einzelnen Komponenten einer Pflanze erklären zu können ohne vom Systemcharakter des Ganzen abzulenken, habe ich die Elemente auf Glas gedruckt. Hintereinander gestellt, wird so die Pflanze als Ganzes sichtbar. Die Konstruktion des Schieberegals erlaubt es jedoch auch die Platten einzelne herauszuziehen und zu betrachten.

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!
Typ II Regal

HALLO!

Typ III
Kooperation und Informationsaustausch
__________________________________________

Typ III-Organismen sind natürlichen Gemeinschaften, die über lange Zeit an Ort und Stelle verweilen können. Sie leben in Nachhaltigkeit und entziehen ihrer Umgebung nie mehr als sie regenerieren können, so bleibt der Nährstoffhaushalt konstant und die Pflanzen und andere Organismen können über große Zeiträume hinweg überleben. Ein Beispiel sind Wälder. Wie in einer einzelnen Pflanze, so funktioniert auch das System des Waldes als ganzes nur durch das Zusammenspiel vieler einzelnen Teile. Tausende Spezialisten bevölkern die verschiedenen Nischen und sichern so einen geschlossenen Nährstoffkreislauf. Diese große Diversität sorgt für eine hohe Widerstandskraft des Systems. Es gibt kein einzelnes schwaches Glied, sondern alle Organismen agieren in einem riesigen dezentralisierten und teils präzisen redundanten Netzwerk miteinander. Das gesamte System ist untereinander verbunden. So kommunizieren nicht nur die Wurzeln und Blätter eines Baumes, sondern, unterstützt von Pilzgeflechten auch verschiedene Bäume miteinander. Durch unterschiedliche Botenstoffe in der Luft und den Wurzelnetzwerken kommunizieren die Organismen und können Nährstoffe und Informationen untereinander austauschen und sich an veränderte Umwelteinflüsse anpassen.

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!
Typ III Netz

HALLO!

Die Neugierde und das Entdecken des Betrachters sollte zunächst nicht durch eine betitelnde Ebene eingeschränkt werden und so gibt es erst am Ende der Ausstellung ein Plakat, das die einzelnen Stationen nähergehend beschreibt und den Hintergrund für meine Überlegungen zum Thema Wachstum liefert.

Abschließend kann man sagen, dass die Verhaltensweisen der Menschheit in den letzten 200 Jahren die Ökosysteme des Planeten kurz vor den Kollaps gebracht haben. Um langfristig überleben zu können, müssen wir Menschen erkennen, dass wir Teil der Systeme der Natur sind. Auswirkungen auf die Ökosysteme um uns herum, werden auch zwangsläufig Auswirkungen auf uns haben. Daher ist es an der Zeit den Blickwinkel zu ändern, von denen zu lernen, die auf diesem Planeten schon bedeutend länger existieren als wir Menschen und unsern Platz in der Nische einzunehmen.

HALLO!
Symbiose Plakat

HALLO!

Die Existenz in der Nische sollte keinesfalls als Einschränkung verstanden werden, vielmehr eröffnet es Möglichkeiten zur völligen Neugestaltung unserer Systeme. Wie können wir Biologie und Technologie, Natur und Kultur sowie das Gewachsene und Gemachte miteinander verbinden? Wie können wir Dinge gestalten, die nicht nur unschädlich für die Natur sind, sondern diese vielleicht sogar inkorporieren oder in Symbiose mit ihr zusammenleben?

Wir müssen Prozesse gestalten, die der natürlichen Selektion gleich Massenanpassungen generieren, vielleicht sogar die Arbeit von Menschen und Maschine, durch die von biologischen Organismen oder Systemen ersetzten können. Das Ziel ist der Aufbau von autonomen, dezentralen Lösungen, die sich selbstständig zu eigenen Ökosystemen zusammensetzen. Systeme, die sich nach dem Vorbild der Natur, eigenständig versorgen, regulieren und regenerieren können. Wir müssen beginnen nicht nur einzelne Produkte, sondern Prozesse und ganze Systeme zu gestalten, die funktional ununterscheidbar von der natürlichen Welt zu sind. Nur so haben wir die Möglichkeit über lange Zeit auf diesem Planeten zu überleben.

HALLO!
Symbiose Plakat

Variable Identities

2

Identitäten und visuelle Sprachen im Kontext von sexueller Orientierung und Gender

Mit dem Medium Schrift wird ein Versuch unternommen, den mehrdimensionalen Raum sexueller Identitäten zu visualisieren und sich von der gängigen, hetero­normativen Vorstellung von Sexualitäten als Teil eines binären Spektrums zu distanzieren. Die Schrift ist als sog. Variable Font entworfen. Das bedeutet, dass Anwendende die Schrift flexibel konfigurieren und somit individuelle Schriftcharaktere erschaffen können. Das Projekt erstrebt, mithilfe von Schrift, als ­omnipräsenter formästhetischer Ausdruck der Sprache, sozialaktiv zu wirken und eine größere Offenheit und Befreiung von Stereotypen gegenüber normabweichenden Menschen anzustoßen.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Erstprüferin und Betreuung: Prof. Gertrud Nolte
Zweitprüfer: Christoph Barth

Jewels Of The Sea

4

Digitale Narrative im Mikrokosmos

Für jeden vierten Atemzug, dürfen wir uns bei den Kieselalgen bedanken. Diese winzigen, Photosynthese betreibenden Einzeller produzieren nämlich ungefähr ein Viertel des globalen Sauerstoffs. Obwohl diese mikroskopischen Organismen so unfassbar wichtig für unseren Kohlenstoffkreislauf sind, sind sie außer Biolog:innen und Mikroskopiker:innen den wenigsten Menschen ein Begriff. Der Grund für ihre allgemeine Unbekanntheit liegt wahrscheinlich vor allem an ihrer Größe. Denn Kieselalgen sind zwischen 1 und 500 Mikrometer groß und werden erst unter dem Mikroskop sichtbar. Neben Biolog:innen, konnten sich aber in der Vergangenheit auch vereinzelt Künstler:innen für die vielfältigen, geometrischen Formen der gläsernen Einzeller begeistern. Diese Arbeit zeigt einen Ansatz, um digitale Kieselalgenmodelle generativ zu erzeugen auf Basis von echten Kieselalgen, die per Deep-Learning basierter Image Detection live unter einem Lichtmikroskop identifiziert werden. Alle digitalen Kieselalgen werden in Echtzeit in 4k generiert und gerendert.

HALLO!
HALLO!
HALLO!

Kieselalgen, oder Diatomeen wie sie auch genannt werden, zeigen eine außergewöhnliche Formen- und Speziesvielfalt. Dabei teilt man Diatomeen grundsätzlich in zwei große Gruppen: Zentrische Diatomeen mit radialer Symmetrie und pennate Diatomeen mit länglicher Form und bilateraler Symmetrie. Die generativen Diatomeenmodelle versuchen diese Formenvielfalt algorithmisch abzubilden.

HALLO!

Digitale zentrische Diatomeenmodelle - Speziesübersicht

HALLO!

Digitale pennate Diatomeenmodelle - Speziesübersicht

HALLO!

Die Frusteln, also die Hüllen, von Diatomeen bestehen aus Siliziumdioxid, der gleiche Grundstoff aus dem auch industriell gefertigte Trink- oder Fenstergläser bestehen, aber auch natürlich vorkommende Opale. Die Materialität von Kieselalgenfrusteln kann man sich in etwa wie eine Mischung aus der Transparenz von Glas und der irisierenden Fähigkeit von Opalen vorstellen. Da die komplexe Transparenz und Lichtbrechung der Frusteln nicht in Echtzeit visualisiert werden konnte, wurde bei der Materialität der digitalen Kieselalgen vor allem versucht die irisierende Fähigkeit der Frusteln darzustellen, ähnlich wie bei Opalen. Aufgrund dieser Fähigkeit werden Kieselalgen oft auch als "Living Opals" oder "Jewels of the Sea" bezeichnet. Die Betrachter:in hat außerdem die Möglichkeit die Frusteln auch in einer kontrastreichen schwarz-weiß Darstellung anzusehen, um die Oberflächenstruktur noch besser betrachten zu können.

HALLO!
HALLO!

„Welch ein Kontrast! Im 19. Jahrhundert arrangierte man Diatomeen zu ornamentalen Mustern unter dem Mikroskop. Im 21. Jahrhundert erkennt KI Diatomeen und Algorithmen erlauben das digitale Spiel mit ihnen interaktiv. Aber die unendliche Formenvielfalt von Diatomeen fasziniert die Menschen zu allen Zeiten." (Matthias Burba über diese Arbeit)

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Kolonienbildung

Manche Diatomeenspezies formen Kolonien, die ebenfalls eine für die Spezies typische Formation einnehmen. Einige zentrische Diatomeen, sogenannte fadenbildende Diatomeen, hängen dabei in langen Ketten zusammen.

HALLO!
HALLO!

Diatomeen befinden sich in jedem Gewässer, egal ob Salz- oder Süßwasser, fließendes oder stehendes Gewässer, sogar in einer Pfütze oder Bodenfeuchtigkeit können sie vorkommen. Die folgenden Videos zeigen eigene mikroskopische Aufnahme von einigen der gesammelten Lebendproben unter dem Lichtmikroskop, sowohl im Dunkelfeld als auch im Hellfeld.

HALLO!
HALLO!
HALLO!

Die Superformel

Johann Gielis (2003) hat eine geometrische Formel aufgestellt, deren Besonderheit es ist, dass sich mit nur einer Hand voll Parameter eine unglaubliche Vielfalt natürlicher Formen berechnen lassen. Wie Gielis in späteren Publikationen bemerkt, lassen sich neben Schneckenhäusern, Muscheln, Blüten oder Blättern auch typische Kieselalgenfrusteln mit der Formel modellieren, sowohl in 2D als auch mit einer Abwandlung der Formel in 3D.
Für die Berechnung der räumlichen Form der digitalen Kieselalgen wurde deshalb in diesem Projekt auf Gielis sogenannte Superformel zurückgegriffen. Die Superformel wurde dafür in einem Shader implementiert um performant auf der Grafikkarte berechnet werden zu können. Alle Parameter sind dabei dynamisch und in Echtzeit beeinflussbar.

HALLO!

Superformula in 2D - Zufallsparameter

Superformula in 3D - Zufallsparameter

HALLO!

Oberflächenstruktur

Die feine Porenstruktur, sowie das Aussehen artenspezifischer Merkmale wie Spica, Raphe oder Striae machen meist erst die Unterscheidung verschiedener Arten unter dem Lichtmikroskop möglich. Dennoch sind diese Unterschiede zwischen verschiedenen Diatomeenspezies extrem klein und die Struktur und Mikrostruktur von Diatomeenfrusteln extrem detailiiert. Um die verschiedenen Merkmale der Porenstrutkur von Diatomeen modellhaft berechenbar und darstellbar machen zu können wurden vor allem zwei verschiedene Algorithmen genutzt. Zum einen klassiches Circle Packing, inspiriert von dem Ansatz Frei Ottos die Struktur von Diatomeen auf das engste Packing von Pneus bzw. vereinfacht von Kugeln darzustellen. Zweitens wurde um manche Diatomeenspezies darstellen zu können auch die Punktverteilung nach Vogel (1979) genutzt, die auf der Verteilung nach dem Winkel des Goldenen Schnitts aufbaut und eigentlich zur Berechnung der Verteilung von Sonnenblumenkernen aufgestellt wurde.

HALLO!

Experimente mit der Verteilung nach Vogel

HALLO!

Experimente mit Circle Packing

HALLO!

Generative Kieselalgen

Die generativen Kieselalgen in diesem Projekt wurden fast schon modular wie ein Bausatz aus verschiedenen Algorithmen zusammengesetzt. Die Superformel bestimmt die dreidimensionale äußere Form. Circle Packing oder Vogel Distribution Algorithmen werden auf die Oberfläche der Diatomeen gemapped und von der Oberfläche abgezogen, sodass die diatomeentypischen Porenstrukturen entstehen. Striae und Spica entstehen durch extrudieren der Symmetrieachsen, die die Superformel vorgibt. Insgesamt bestimmen knapp über 50 Parameter das Aussehen einer der digitalen Kieselalgen. Die Berechnung findet dabei komplett auf Basis von Shadern statt und die generativen Diatomeen werden mithilfe von Raymarching gerendert, um alle Details der feinen Struktur in Echtzeit darstellbar zu machen.

HALLO!

Modularer Aufbau der generativen Diatomeen

HALLO!

Deep-Learning basierte Kieselalgenerkennung

Die generativen Kieselalgen in diesem Projekt wurden auf Basis von echten, unter dem Mikroskop sichtbaren Kieselalgen erstellt. Dafür wurde eigens ein auf Deep-Learning basierendes Image Detection Model darauf trainiert, verschiedene Kieselalgen unter einem Lichtmikroskop in Echtzeit zu erkennen. Da die Differenzierung in alle verschiedenen Kieselalgenspezies (aktuelle Schätzungen gehen von um die 100.000 verschiedenen Spezies aus) im Rahmen dieser Arbeit unmöglich ist, wurde das YOLO Image Detection Model nur darauf trainiert Kieselalgen innerhalb einer mikroskopischen Probe zu erkennen und sie einer der übergeordneten taxonomischen Gruppen von Kieselalgen zuzuordnen. Der Bilddatensatz für das Training des Image Detection Models umfasste circa 6000 mikroskopische Bilder von Kieselalgen, sowohl aus Lebendproben als auch Präparaten, die eigens für dieses Projekt aufgenommen wurden. Dafür wurde ein Zeiss Standard 14 Lichtmikroskop mit einer adaptierten Smartphone Kamera und einer selbstgebauten Rasperry Pi Kamera genutzt.

HALLO!

Deep-Learning basierte Diatomeenerkennung

HALLO!

Sammeln von Kieselalgenproben

HALLO!

Die entstandene Installation besteht aus einem Mikroskopiertisch, in den vier Monitore eingelassen sind. Sowohl das Livebild des Mikroskops als auch die generativen Kieselalgen werden auf den Bildschirmen sichtbar. Die Betrachter:in kann selbst Präparate auflegen oder frisch aus verschiedenen Proben pipettieren. Die Diatomeenproben können direkt durch die Mechanik des Mikroskops bewegt werden, während die digitalen Kieselalgen über Handtracking durch eine Leap Motion gedreht und von allen Seiten betrachtet werden können.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Zum Abschluss noch ein paar generative Diatomeen und Close-Ups.

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Vielen Dank an Matthias Burba für seine große Unterstützung bei allen taxonomischen Fragen innerhalb dieses Projekts, sowie Fragen der Mirkoskopie und Mikrofotografie. Ein großes Dankeschön auch an Dr. Michael Kloster für Einblicke in seine Forschung zur KI-basierten Diatomeenerkennung und an Jan Rosenboom für die Leihe seiner gelegten Diatomeenpräparate.

Erstprüfer: Prof. Erich Schöls
Zweitprüfer: Marcus Kaiser

2mặt – viet-deutsche Stimmen

2

Eine Auseinandersetzung mit den zwei Seiten viet-deutscher Lebensrealitäten.

In dieser Ausgabe geht es um viet-deutsche Identität und Sprache. Von Selbstbezeichnungen über Sprachbarrieren zu Zerrissenheit und Nicht-/Zugehörigkeit(en). Was ist das Vietnamesische an uns und was bedeutet es für uns Vietnamesisch zu sprechen? Mit dieser Arbeit soll die Vielfalt an viet-deutschen Stimmen und Perspektiven sichtbar gemacht, Vietnamesischsein wertgeschätzt und gefeiert werden sowie empowernder (Erfahrungs-)Austausch stattfinden. Neben Interviews mit Viet-Deutschen, gibt es im Magazin unter anderem Essays zu Erziehung, Esskultur oder Namen, Gedichte und Prosa, Wissen zur vietnamesischen Schrift und Sprache sowie viet-deutscher Migrationsgeschichte.


Betreuung:
Prof. Gertrud Nolte
Dr. Judith-Frederike Popp

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Internet Archaeology Institute

6

Überlieferung digitaler Kulturen

Was bedeutet es für die Überlieferung unserer Kultur, dass sie zu großen Teilen digital und im Internet stattfindet? Wie werden die Artefakte der Zukunft aussehen? Das spekulative Internet Archaeology Institute hat sich nichts weniger als die Überlieferung des Internet zur Aufgabe gemacht. Die Webseite www.internet-archaeology.org ist die zentrale Platform des Instituts: Hier werden die Ideen und Methoden hinter der Arbeit vorgestellt und digitale Kulturartefakte präsentiert. Außerdem bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion. Am besten einfach selbst anschauen:

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Das Internet exisitiert nicht. Wir wollen es speichern.

Der Begriff "Internet" ist im Sprachgebrauch und öffentlichen Diskurs oft fehl am Platz. Er wurde zum Synonym für das, was in der Infrastruktur Internet passiert — die Akteur:innen, Ereignisse, Gemeinschaften und Unternehmen im Netzwerk. Diese Ungenauigkeit mündet zwangsweise in Verallgemeinerungen, Vereinfachungen und Stereotypisierungen. Und sie entschärft berechtigte Kritik: Wenn mensch davon spricht, dass "das Internet" Gesellschaften spaltet, uns dumm oder unaufmerksam macht, ist das grundsätzlich falsch. Es sind vor allem Unternehmen, ihre Strukturen und bewussten Entscheidungen. Nichts daran ist unausweichlich oder geschweige denn Teil einer festen Logik des Internets. Deshalb müssen wir uns von dem ungenauen Sammelbegriff "Internet" loslösen. Erst dann können wir differenziert über das Netzwerk und seine Akteur:innen und Inhalte reden, es untersuchen und überliefern.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

DCA-2118
Harambe Memorial

Type: Statue
Dimensions: 1,05 x 2,15 x 1,05m
Material: Marble, Bronze
Year: 2016

HALLO!

HALLO!

Im Netzwerk fließen Vergangenheit und Gegenwart zusammen.

Das Internet ermöglicht einerseits den Zugang zu ursprünglich analogen, digitalisierten Kulturen und Kulturgütern. Denn zahlreiche Museen und Bibliotheken stellen ihre Sammlungen zur digitalen Einsicht online. Zur gleichen Zeit finden im Internet zu jeder Sekunde zeitgenössische, digitale kulturelle Ausdrücke statt. Menschen posten, kommentieren, oder generieren Daten einfach nur dadurch, dass ihr Verhalten und Browserverlauf getrackt wird. Wir handeln und kommunizieren im Netzwerk — auf Basis von oder entgegen kultureller Prägung. Deswegen ist das Internet ein Netzwerk von Kulturen — also ein digitaler Kultur(en)raum.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

DCA-2108
Internet Café Booth

Type: Statue
Dimensions: 75cm x 1,5m x 50cm
Material: Booth, PC, keyboard, mouse, webcam, headset
Year: 1994

HALLO!

HALLO!

Digitale Kulturen sind unbeständig.

Digitale kulturelle Ausdrücke sind mehreren Gefahren ausgesetzt: Erstens, dem technischen Wandel selbst. Dieser lässt Datenträger und Dateiformate (geplant) obsolet werden. Zweitens, der eigenen schieren Masse. Die sekündlich entstehenden unermesslichen Datenmengen können nicht bezwungen, und erst recht nicht allesamt für ewig gespeichert werden. Die Frage unserer Generation wird sein, was davon erhaltenswert ist, und was nicht. Drittens sind digitale Kulturen hauptsächlich den Entscheidungen der Platformen ausgesetzt, denen sie entspringen. Diese haben vornehmlich wirtschaftliche Interessen, die vor kulturellen oder konservatorischen Bedenken zu jeder Zeit Vorrang haben. Somit stellen Datenverluste, Löschungen oder Firmenübernahmen oder -auflösungen reale Bedrohungen für den Erhalt digitaler Kulturen dar.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

DCA-2104
QAnon Conspiracy Tapestry

Type: Tapestry
Dimensions: 1,2m x 2,3m x 0,5cm
Material: Wool
Year: 2017

HALLO!

HALLO!

Eine neue Art der Überlieferung.

Das Institut lädt alle Menschen dazu ein, an der Überlieferung digitaler Kulturen Teil zu haben. Wir stellen Informationen und Ressourcen zur Verfügung, präsentieren und verbreiten Artefakte. So hoffen wir, eine neue Art demokratischer kultureller Überlieferung zu schaffen, die sich kritisch mit ihrem Material auseinandersetzt und alle Interessierten dazu einlädt. Es geht um die Rückgewinnung von Autonomie über die eigenen kulturellen Ausdrücke, die schon zu lange dem Machtmonopol der Plattformbetreiber ausgesetzt waren. Mehr unter www.internet-archaeology.org

HALLO!

HALLO!

HALLO!

DCA-2109
Bottle Filled with Urine of an Amazon Worker

Type: Plastic container
Dimensions: 7 x 19 x 7cm
Material: Polyethylene, urine
Year: 2021

HALLO!

Bodypositive in Zeiten von Instagram

4

Eine Untersuchung der Auswirkungen von Instagram auf das Schönheitsideal und Selbstwertgefühl von jungen Frauen.

Soziale Medien betonen bestimmte Schönheitsbilder und wir beginnen zu glauben, dass wir danach streben sollten. Junge Menschen sind am stärksten davon betroffen. Der Versuch, diese Schönheitsstandards zu erfüllen, schadet sowohl der geistigen, als auch der körperlichen Gesundheit und verursacht beispielsweise angstdepressive Symptome oder Essstörungen. Für eine visuelle Präsentation wurde ein Fotoprojekt erstellt, um die Entzweiung zwischen Realität und Ideal zu verringern. Ziel der Aufgabe war es, dass sich verschiedene Frauen von einer, für die sozialen Netzwerke, ungewöhnlichen Seite zeigen.

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

Auf Instagram werden Täglich mehr als 95 Millionen neue Fotos gepostet. Somit bietet diese Plattform den Nutzern
die Möglichkeit, ihr Aussehen regelmäßig mit anderen zu vergleichen. Durch die häufige Bearbeitung und Bild-
verbesserung durch Filter und Verarbeitung drängen Bilder
auf Instagram der Gesellschaft Schönheitsideale auf und lassen die Nutzer sich zudem als weniger attraktiv wahrnehmen als die Personen in Bildern, was zu einer größeren Körperunzufriedenheit und einem geringeren Selbstwertgefühl beiträgt.

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

Die Idee von Bodypositive existiert aktiv in der Internetumgebung: soziale Netzwerke, Blogs, Foren und Kommentare. Menschen teilen ihre Geschichten und Fotografien mit „unvollkommenen“ Körpern, was ihnen dabei hilft, ihre Probleme zu akzeptieren und zu erkennen, dass sie nicht allein sind und behandelt werden können. Eine der Praktiken der körperpositiven Reflexion ist die Fotografie.

Dieses Fotoprojekt umfasst eine Fotoserie bestehend
aus Bildern verschiedener Frauen und einem Fotobuch.

HALLO!

HALLO!
HALLO!

Das Fotobuch selbst besteht nicht nur aus Fotografien, sondern auch aus Interviews, die mit Models geführt wurden. Diese Antworten helfen dem Leser, tiefer in die Geschichte jedes Modells einzutauchen. Es gibt auch einen Moment des Geschichtenerzählens und des Gedankenaustauschs, der es ermöglicht, den Kontakt zwischen dem Foto und dem Betrachter weiter zu stärken. Fragen zum Bodypositive, beziehungsweise deren Antworten spielen dabei die Rolle der Unterstützung.

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

Menschen, deren Aussehen, aus welchen Gründen auch immer, nicht der in der Gesellschaft akzeptierten Norm entspricht, erfahren in der Regel sozialen Druck in unterschiedlicher Form - von Mobbing und Spott in der Schule, zum Beispiel aufgrund von Hautpigmentierungsstörungen, bis hin zu Zweifel aufgrund von Gewicht oder Proportionen.

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

Für diese Fotografie war es wichtig, nicht nur die Frauen selbst, sondern auch Teile ihres Körpers zu zeigen, da sie bei diesem Shooting eine große Rolle spielen. Sie erinnern andere Frauen daran, dass es keine hässlichen Körper gibt. Jeder Mensch ist auf seine Art und Weise schön.

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

Die Hauptbotschaft ist, dass sich alle Menschen selbst akzeptieren müssen – unabhängig von körperlichen Fähigkeiten, Größe, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Aussehen. Deshalb bestand die Hauptaufgabe darin, wirklich unterschiedliche Frauen zu finden. An diesem Projekt nahmen Modelle mit dünnem Körperbau, dunkler Hautfarbe, mit Depressionen, Borderline und Essstörungen, sowie mit verschiedenen Merkmalen wie, Alopezie, Albinismus, Vitiligo, Iris-Heterochromie und Feuermal teil.

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

Rebuilding

2

Auf einer Suche nach Brüchen und eine Frage nach Rebuilding

Rebuilding beschäftigt sich mit der Frage wann, wo und wie bestimmte Dinge in die Brüche gehen. Wie definiert sich ein Bruch? Brüche finden sich in der Umwelt, in der Gesellschaft und im Menschen selbst wieder. Mal entstehen diese Brüche rasant, bringen einen enormen Ausmaß mit sich, mal erscheinen sie schleichend, sind erst mal kaum wahrnehmbar. Auf welche Art und Weise ein solcher Bruch entsteht, immer musste es zuvor einen Auslöser gegeben haben, einen ausschlaggebenden Punkt, der den Zeiger in eine neue Richtung gesetzt haben muss. Was der Ursprung all dieser Gegebenheiten ist, gilt herauszufinden. Brüche bitten förmlich darum wieder oder gar neu aufgebaut zu werden.

HALLO!

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Erase the Pain

7

Inszenierung und Ästhetisierung von Gewalt

Seit jeher ist Gewalt ein zentraler Bestandteil und Aspekt unserer Gesellschaft und generell des (menschlichen) Lebens. Wir können sie überall um uns herum wahrnehmen. Dieser Zustand hat sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Wenn überhaupt scheint er sich in manchen Bereichen sogar verstärkt zu haben. Die Menschheit wirkt geradezu besessen von der Faszination, die Gewalt auf uns ausübt. Durch dieses Projekt wollte ich Gewalt und ihren Reiz für die Zuschauer*innen greifbarer machen. Ich wollte Faszination, vielleicht aber auch Abstoßung oder Befriedigung erzeugen, Grenzen austesten und vielleicht sogar überschreiten. Die Betrachter*innen sollen in einen bunten Strudel aus Gewalt, Schmerz und Farben hineingerissen werden, dem sie sich nicht entziehen können und diesen auf verstörende Art und Weise vielleicht sogar anziehend finden. Ebendieser voyeuristische Genuss soll am Ende des Filmes reflektiert werden, wenn die Zuschauenden gewaltsam aus dem Film und zurück in ihre nicht-inszenierte Realität gerissen werden.

HALLO!

HALLO!
HALLO!

HALLO!

Im Laufe des Filmes wird eine recht abstrakte Storyline ohne den Gebrauch von Dialogen und lediglich über eine auditiv-visuelle Ebene erzählt. Im Mittelpunkt dieser steht ein weiblicher Hauptcharakter. Die Protagonistin durchlebt im Laufe des Filmes verschiedene Arten von Gewalt. Allerdings wird diese hierbei nicht sichtbar an ihr ausgeübt, da ich sie nicht in einer Opferrolle darstellen wollte. Stattdessen verkörpert die Hauptdarstellerin die verschiedenen Gewaltarten, macht sich diese somit zu eigen und wird dadurch regelrecht zu verschiedenen Gewaltgottheiten.
Im Laufe des Filmes wird Gewalt teilweise sehr direkt gezeigt, aber häufig auch über eine metaphorische Ebene dargestellt. Die Intensität und Direktheit der Darstellung steigert sich je tiefer wir in den Strudel vordringen.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Der Aufbau lässt sich in vier Kapitel untergliedern. Diese bestehen, mit Ausnahme des letzten, aus einem hyperinszenierten statischen ersten Teil, in welchem Emma als ikonisierte Gewalt die jeweilige vorstellt und einem zweiten, dessen Fokus mehr auf schnellgeschnittenen aktiven Gewaltdarstellungen liegt. Zweiterer ist teils auch weniger stark „ästhetisiert“, sondern beinhaltet auch „hässliche“, sehr gewalttätige Shots, die schnell und aggressiv geschnitten sind.
Die Gewaltart, die im ersten Kapitel beschrieben wird, lässt sich als häusliche Gewalt zusammenfassen, da es ein Wechselspiel zwischen Isolation und sexueller Gewalt darstellt, wie es häufig bei dieser Art der Gewalt, der Fall ist. Im Anschluss daran wird systematische Gewalt thematisiert. Nach diesen beiden Kapiteln schlägt das passive Erfahren von Gewalt in eine aktivere Form der Gewalt um, die sich nicht nur gegen den Hauptcharakter richtet, sondern auch von ebendiesem ausgeht: Hass. Das Finale des Films schließt nun mit Rache, die im Bewegtbild häufig eine fast sakrale Stellung einnimmt.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Director, Director of Photography, Producer - Mara Baues
Assistant Director, B-Camera - Markus Arens, David Kühnlein
Camera Assistance - Julian Gehrig, Stefan Brauner
Gaffer - Mara Baues, Markus Arens, David Kühnlein
Production Assistent - Fiona Engert
Set Runner - Jakob Kracher, Agnes Zurwesten, Elisa Hock
Stills Photographer - Markus Arens
Editor - Mara Baues

Hauptrolle - Emma Mittelbach
Nebenrollen - Nathalie Hübel, Fiona Engert, Benedikt Falkenstein, Jakob Kracher, Agnes Zurwesten, David Baues, Julian Dadrich, Matthias Hofmann, Markus Arens, David Kühnlein, Margarita Kojkov, Meri Nasibov, Magalie Herter-Courbon, Charlotte Klug

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Daymare in the city

8

Virtual Reality Experience

Eine Stadt ist ein organisierter Raum mit eigenen Elementen und Verbindungen. Sie zwingt uns eine bestimmte Art der Interaktion mit der Umwelt auf – alltägliche Wege, gewohnheitsmäßige Gefühle und
schafft mit Hilfe ihres visuellen Bildes ein psycho-emotionales Klima.
In der modernen Welt wird die städtische visuelle Umgebung oft sehr eintönig und monoton dargestellt, was zu einer gleichgültigen und unpersönlichen Haltung der Menschen gegenüber ihrem Wohnort führt.
In meiner Bachelorarbeit versuche ich die Frage zu beantworten, wie man etwas Außergewöhnliches im städtischen Leben um uns herum sehen kann. Mit Hilfe von Illustration und Animation wird ein sogenannter Schlafbezirk in Kiew (Ukraine) visuell erforscht und neu interpretiert.

HALLO!

HALLO!

HALLO!

HALLO!

Das Projekt ist für die Betrachtung mit einer Virtual-Reality-Brille vorgesehen.
Auf dem Desktop kannst du mit Pfeiltasten, Maus oder Trackpad ein 360-Grad-Video erkunden.
Wenn du versuchst, ein 360-Grad-Video auf einem Smartphone zu sehen, dann halte dein Gerät schräg, um 360-Grad-Videos zu genießen. Du kannst dich auch horizontal durch ein 360-Grad Video bewegen, indem du den Finger über den Bildschirm ziehst.

HALLO!

Wie ich die Farben Entdeckte – a nonbinary story

2

Eine Erklärgeschichte die sich auf die Suche nach der Vielfalt des Genders begibt. Unsere Vorstellung von Gender ist nicht falsch, aber unvollständig. Es gab schon immer mehr als "Mann" und "Frau". Nonbinary sein bedeutet, seine Identität zwischen oder außerhalb deser beiden Kategorien zu finden. Diese Erklärgeschichte versucht Kindern im Grundschulalter den Zugang zu Gender und Identität zu erleichtern. Er will Mut machen, sich außerhalb der festgefahrenen Rollenbildern von männlich und weiblich zu entfalten und dazu anregen, sich mit der eigenen Identität auseinander zu setzen. Welche Farben schlummern in dir?
Umgesetzt mit Knete in Stop Motion Technik. Aufgrund von Abgabeverlängerung nur in der Rohfassung.

HALLO!
HALLO!

HALLO!

HALLO!