Projektdokumentation & Konzeption

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Im Rahmen des Textkurses wurde anhand des realen Start-Ups Blue Farm die Werbedokumentation und Konzeptionierung gelehrt und gelernt. Nach ersten Produkttests hinsichtlich Geschmack und Handling wurde deren Hafermilchpulver im Wettbewerbsvergleich betrachtet und hinsichtlich SWOT, Zielgruppen und Customer Journey analysiert. Daraus entstanden dann neue Werbekonzeptvorschläge und Claim-Ideen. Die Projektdokumentation mit der bestehenden Corporate Identity von Blue Farm ist das finale Endprodukt daraus.

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Kurzgeschichte – vorbei getextet

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Ein neuer Job, zwei beste Freunde und eine vermeintlich unüberbrückbare Distanz.
Entstanden ist eine Kurzgeschichte über Freundschaft und die Tücken digitaler Kommunikation.

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12. Juni, Freitag
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20:34 Noah
Hey, und bist du gut angekommen? ☺️

-Du hättest dich nach fast einem ganzen Tag mal melden können. Ich mache mir inzwischen schon fast Sorgen. Nein, stopp! Übertreibe nicht. Es ist ihr erster Tag in der neuen Wohnung, in der neuen Stadt, in ihrem neuen Leben. Sie braucht nur etwas Zeit um sich einzugewöhnen. Das ist völlig normal.

-So ganz eilig hat sie es wohl auch nicht mit dem zurückschreiben. Was sie wohl gerade macht?

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23:18 Emilia
Hiii Noah 😊 Ja, ich bin seit gestern Abend hier und ich kann dir nur sagen: Das wird so gut hier!😍

-Beinahe ein Tag bin ich hier und ich muss mir eingestehen es ist alles etwas viel. Als ich mein Handy hell aufblinken sah, wusste ich sofort, dass die Nachricht von ihm sein wird. Sofort zurückschreiben konnte ich einfach nicht. Kontakt mit Noah fällt mir gerade so schwer wie noch nie zuvor. Dabei erzähle ich ihm sonst immer alles -sofort. Klar, es war meine Entscheidung diesen Schritt zu gehen. Mich für diese unfassbare berufliche Chance zu entscheiden und in eine neue hunderte Kilometer entfernte Stadt zu ziehen. Alles andere hinter mir zu lassen und quasi neu anzufangen, obwohl ich einen Neuanfang gar nicht brauche oder möchte. Aber dieses Gefühl wird sich bestimmt bald legen. Ich muss mich hier nur etwas einleben, neue Leute kennenlernen und schaffe es sicherlich auch mit meinen Liebsten Kontakt zu halten, vor allem mit Noah. Das wird schon alles!

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23:31 Noah
Super, das freut mich 😊 Erzähl mir alles: Wie ist die Stadt, die Wohnung und ist der Vermieter wirklich so „schnucklig“ wie auf den Bildern? 😁

-Gut, sie lebt noch. Sie hat sich aber echt Zeit gelassen mit dem Zurückschreiben. Aber was soll’s, es scheint ihr wohl sehr gut zu gefallen. Das freut mich für sie -echt. Zumindest versuche ich mich für sie zu freuen. Die Entscheidung ist ihr schließlich nicht leicht gefallen und es war ein großes Risiko das sie mit dem Umzug eingegangen ist. Sich einfach so von der Familie und Freunden abzukapseln und ja, im Prinzip neu anzufangen verlangt Mut. Manche würden vielleicht sogar sagen, Wahnsinn. Aber so wie ich sie kenne wird sie sich schnell einleben und dann sind wir alle schnell vergessen und das war’s dann mit 25 Jahren beste Freunde… Okay, vielleicht sollte ich nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen. Wer weiß wie lange sie wirklich dort bleiben wird. Der Vertrag ist befristet für ein Jahr. Das werden wir schon hinbekommen, auch wenn sie mir jetzt schon fehlt.

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13.Juni, Samstag
10:05 Emilia
Die Stadt ist echt super schön 😍 Gestern habe ich direkt das Viertel ausgekundschaftet und die Wohnung: wie auf den Bildern -ein Traum!

-An den Vermieter habe ich gar nicht mehr gedacht. Als ich das Angebot für die Wohnung bekam hatten wir darüber gescherzt, dass ich mit der Wohnung gleich einen neuen festen Freund dazubekomme. Denn ja, er würde tatsächlich perfekt in mein übliches Beuteschema passen. Doch als ich gestern an der Tür zu meiner neuen Wohnung stand, er mir die Wohnung zeigte und die Schlüssel überreichte, hatte ich keinen Gedanken für so etwas übrig. Ich konnte nur an Zuhause denken. Aber das kann ich Noah einfach nicht sagen. Ich möchte nicht, dass er sich Sorgen macht. Was soll ich antworten? „Er ist super heiß, aber eigentlich will ich nur wieder nach Hause, mich unter einer Decke verkriechen und erst ein Jahr später wieder rauskommen?“ Sicher nicht. Ich bin eine unabhängige, starke Frau und ich bekomme das hin! Alleine.

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12:36 Noah
Klasse, sowas hört man doch gerne 🙂

Es scheint ja alles super zu laufen bei ihr. Freut mich - wirklich. Ich versuche es zumindest. Gerne würde ich noch so viel mehr fragen und erfahren, aber drängen möchte ich sie auch nicht. Sie soll erstmal Fuß fassen und dann können wir das alles auch noch später nachholen. Sie erzählt mir alles sobald sie Zeit hat und bereit dafür ist. Um ehrlich zu sein hätte es mich aber schon gefreut, wenn sie mich auch mal gefragt hätte was bei mir gerade so passiert. Schließlich hatte ich diese Woche meine letzte Untersuchung. Aber ich kann es auch verstehen, ihr muss gerade sehr viel durch den Kopf gehen. Nur warum hat sie meine Frage nach dem Vermieter völlig ignoriert? Ich dachte wir erzählen uns alles. Dafür gibt es nur diesen traurigen Lachsmiley. Vielleicht kann ich auf diese Art unterschwellig vermitteln, dass ich mich etwas vernachlässigt - alleine - fühle. Etwas zu dramatisch? Vielleicht. Aber das muss jetzt einfach sein.

Es ist schon 23 Uhr und noch kein Wort von ihr. Wow.

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14.Juni, Sonntag
09:44 Emilia
Hey, sorry, dass ich mich erst jetzt melde 😬 Wurde gestern von ein paar der Nachbarn zum Grillen eingeladen. Der Abend ging noch etwas länger. Sie sind echt super nett! Was gibt es bei dir Neues?

- Mir fällt es so schwer mit Noah zu schreiben. Ich vermisse ihn, unsere Freundschaft. Die unbeschwerten Tage und Abende. Zusammen quatsch machen, reden bis wir vor Müdigkeit die Augen beinahe nicht mehr offen halten können. Die Spontaneität, die Freiheit. War es diese Stelle wirklich wert eine so besondere Beziehung auf’s Spiel zu setzen?
- - -
Heute ist mein erster Tag im neuen Job. Bisher noch keine Nachricht von Noah. Das ist ungewöhnlich. Das muss ich jetzt beiseite schieben. Heute muss ich klar und fokussiert denken. Der erste Eindruck bei den Kollegen muss stimmen.

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15.Juni, Montag
10:46 Noah
Alles gut, kann man schon verstehen🙂Bei mir gibt es gar nicht so viel Neues, alles beim Alten.

- So, lange genug gewartet. Mehr als 24 Stunden sind vorbei, jetzt kann ich schreiben.
Solche Spielchen kenne ich so gar nicht von mir. Meine Nachrichten absichtlich so zu schreiben, dass sie hoffentlich von selbst darauf kommt was los ist. Warum kann ich Emilia nicht einfach sagen was sich in mir abspielt? Die beinahe lähmende Angst davor meine einzige beste Freundin an die Distanz zu verlieren. Allein der Gedanke daran, dass wir uns auseinanderleben, uns nichts mehr zu sagen haben, uns irgendwann nicht mehr erkennen lässt meinen gesamten Körper so viel schwerer werden. Ist meine Angst unbegründet?

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18:03 Emilia
Achso okay. 🙂

- Ich erkenne ihn gar nicht wieder. Hat er innerhalb von vier Tagen schon mit mir und unserer Freundschaft abgeschlossen? So selten meldet er sich sonst nie und zu erzählen hat er immer etwas.

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-1 Monat später-
22.Juli, Mittwoch

23:17 Noah
Hey, schon über einen Monat nichts mehr von dir gehört. Wie ergeht es dir so in der neuen Heimat?

-Ich wusste einfach nicht was ich auf ihre Nachricht hätte schreiben sollen. „Achso okay.“, was bitte soll man darauf schreiben? Lange habe ich nachgedacht, zu keinem Entschluss bin ich gekommen. Es vergingen Stunden, es vergingen Tage und irgendwann habe ich vergessen, oder wohl eher verdrängt, zurückzuschreiben. Der Versuch mich auf mein Leben hier zu konzentrieren, auf die Menschen die tatsächlich noch bei mir sind, hat wohl besser geklappt als ich das wollte. Niemals hätte ich gedacht, dass auch nur ein Tag vergehen würde an dem Emilia und ich nicht wenigstens irgendeine Art Lebenszeichen von uns geben. Aber die Zeiten ändern sich wohl. Nichts desto trotz ist kein Tag vergangen an dem ich mich nicht gefragt habe was bei ihr gerade los ist. Ob es ihr in der neuen Stadt gefällt, ob sie neue Freunde gefunden hat, ob der Job so gut ist wie sie es sich erhofft hat. Zum Schreiben konnte ich mich dennoch nicht überwinden. Immer dieses Ego. Immer diese Angst - Angst vor Zurückweisung. Gestern bin ich an unserem Lieblingsplatz am Hafen vorbeigelaufen, wurde erinnert an die vielen tollen Momente und Gespräche die wir dort hatten. Es hat zwar bis jetzt gedauert, dass ich wusste wie ich mich nach so langer Zeit, aus quasi heiterem Himmel, wieder melden soll, aber ich habe es geschafft, das zählt erstmal. Jetzt heißt es abwarten. Wie wird sie reagieren? Ist sie sauer auf mich? Hat sie gar nicht bemerkt, dass wir schon so lange keinen Kontakt mehr hatten? Ehrlich gesagt weiß ich nicht welche Alternative schlimmer wäre.

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Zum Schreiben konnte ich mich dennoch nicht überwinden. Immer dieses Ego. Immer diese Angst - Angst vor Zurückweisung. Gestern bin ich an unserem Lieblingsplatz am Hafen vorbeigelaufen, wurde erinnert an die vielen tollen Momente und Gespräche die wir dort hatten. Es hat zwar bis jetzt gedauert, dass ich wusste wie ich mich nach so langer Zeit, aus quasi heiterem Himmel, wieder melden soll, aber ich habe es geschafft, das zählt erstmal. Jetzt heißt es abwarten. Wie wird sie reagieren? Ist sie sauer auf mich? Hat sie gar nicht bemerkt, dass wir schon so lange keinen Kontakt mehr hatten? Ehrlich gesagt weiß ich nicht welche Alternative schlimmer wäre.

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23.Juli, Donnerstag
19:27 Emilia
Hallo Fremder, ist schon echt lange her, das stimmt. Mir geht es gut soweit, habe hier inzwischen viele neue Leute kennengelernt und genieße das Großstadtleben. Wie ist es dir so ergangen?

- Wow, diese Nachricht kommt unerwartet. Aber ich freue mich - schätze ich. Ich bin verwirrt und muss nachdenken bevor ich ihm schreiben kann.
Dass er nichts von mir gehört hat liegt wohl daran, dass er nicht mehr zurückgeschrieben hat. Aber um ehrlich zu sein hätte ich auch nachhaken können. Fragen was bei ihm los ist, warum er sich nicht meldet. Doch um ehrlich zu sein war es mir auf irgendeine Weise sogar Recht, dass er sich nicht mehr gemeldet hat. Ich habe regelrecht gespürt wie wir uns mehr und mehr weniger zu sagen hatten. Es hat weh getan. In diesem Fall fand ich die Funkstille wesentlich erträglicher. Diese konnte ich zumindest versuchen auszublenden. Es war ein gleichmäßiger Schmerz, kein tiefes Stechen in der Brust jedes Mal wenn eine neue Nachricht von Noah eintrifft.

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Das „Kling“ meines Handys wurde regelrecht zum Folterinstrument für mich. Aber mir ist auch bewusst, dass es so nicht weitergehen kann. Früher oder später hätte ich mich bei ihm gemeldet - denke ich. Dem Neuanfang hier in meiner „neuen Heimat“ wie er es nennt, wollte ich jedoch auch eine Chance geben und der fällt mir zunehmend schwer, wenn ich meinen besten Freund so stark vermisse. Ich fühle mich Hin und Hergerissen. Ich will hier ein neues Kapitel mit dem neun Job starten, aber verlieren will ich ihn auch nicht. Wer weiß wie lange ich wirklich hier sein werde und auch Heimat fühlt es sich sicherlich auch nicht an. Ich fühle mich hier eher total Fehl am Platz. Wenn ich in einem Jahr nach Hause komme und mich niemand dort erwartet, war es das wert? Denn wenn es so weiter geht, dann werden wir uns komplett verlieren.

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20:58 Noah
Das freut mich echt für dich! Mir geht es hier soweit auch ganz gut, ist aber alles noch beim alten hier. Weißt doch, hier in der Provinz passiert im Normalfall nicht so viel.

- Sie hat zurückgeschrieben, das ist schonmal gut. Ein bisschen überlegen muss ich dennoch. Was will ich ihr antworten?
Nichts wünsche ich mir mehr als dass ich ihr erklären kann wie ich mich momentan fühle. Doch habe ich ein Recht dazu? Vermiese ich ihr damit nicht ihr neues Leben? Eine Last möchte ich sicherlich nicht für sie sein, dann lieber gar kein Teil ihres Lebens. Niemals hätte ich gedacht, dass es so schnell gehen würde. Es ist erst ein Monat vergangen und ich habe bereits das Gefühl mit einer Fremden zu schreiben. Wenn es so weiter geht, dann werden wir uns komplett verlieren.

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21:09 Lust ein wenig zu telefonieren?

-Es hilft alles nichts. Wenn ich weiter alles in mich hineinfresse platze ich bald. Ich muss ihr einfach sagen was in mir vorgeht. Dann wird sich entscheiden wie es mit uns beiden weitergeht. Wenn ich mir einer Sache immer sicher sein konnte, dann unserer Freundschaft. Doch jetzt gerade zweifle ich an dieser am meisten. Falls wir heute noch telefonieren befürchte ich, wird sich entscheiden wie das nächste Jahr ablaufen wird. Werden wir uns komplett aus den Augen verlieren, was vermutlich das Ende unser Freundschaft, so wie sie war, wäre oder schaffen wir es. Reißen wir uns zusammen und retten sie. Ich weiß nur eins: ich vermisse sie und das Ende unserer Freundschaft würde mich in ein tiefes, dunkles Loch katapultieren.

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21:15 Emilia
Gerne, rufst du an?

Telefonieren. Eine gute Idee. Ich habe Angst. Warum will er telefonieren? Will er unsere Freundschaft beenden? Hat er genug davon? Sieht er keine Zukunft mehr? Aber es ist doch nur ein Jahr - höchstens. Das geht schneller vorbei als man denkt, sagt man so schön. Ach, ich weiß auch nicht. Hätte ich doch nur nicht diesen Job angenommen. Inzwischen bin ich mir nämlich nicht mehr so sicher, ob er das alles wert ist.

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24.Juli, Freitag
07:32 Noah
Danke, dass wir gestern telefoniert haben. Es hat so gut getan wieder mit dir zu reden 😊Wir hätten schon viel früher sagen sollen was in uns vorgeht, dann wäre es vielleicht gar nicht soweit gekommen. Aber wir haben ja gerade noch so die Kurve bekommen. Und wie wir ausgemacht haben: keine Erwartungen, keine Verpflichtungen. In einem Jahr ziehst du wieder in die Heimat und dann wird es so sein als wäre kein Tag vergangen. Wünsche dir heute einen erfolgreichen Arbeitstag ☺️

- Für meine Verhältnisse klinge ich wirklich sehr optimistisch. Aber nach unserem gestrigen Telefonat bin ich auch wirklich positiv gestimmt. Wir haben uns ausgesprochen, jeder hat gesagt was ihm im letzten Monat durch den Kopf gegangen ist und so hat sich vieles wir von ganz alleine geklärt. Das hätte wir schon viel früher machen sollen. Emilia hat mir gestern erzählt, dass sie von ihrem Arbeitgeber das Angebot bekommen hat nach dem einen Jahr die neue Zweigstelle nahe unserer Heimat zu leiten.

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Sie hat zugesagt, heißt sie kommt auf jeden Fall nach Hause. Richtig gute Nachrichten sind das. Aber wir haben auch realisiert, dass wir mit dem Schreiben und selbst dem Telefonieren nicht wirklich klarkommen. Wir missverstehen uns und reden aneinander vorbei. Das macht es nur noch schwieriger. Daher unser Beschluss: Bis nächsten Juni keine Verpflichtungen, keine Erwartungen. Keiner ist sauer wenn sich der andere für längere Zeit nicht meldet. Wir wissen beide, dass wir beste Freunde sind, auch wenn wir uns nicht sehen oder nichts voneinander hören. Das schaffen wir schon - denke ich.

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08:16 Emilia
Danke dir, den wünsche ich dir auch 😊 Und ja du hast Recht, das Gespräch war schon längst überfällig. Aber auf jeden Fall besser spät als nie. Freue mich auf jeden Fall schon darauf wenn es dann soweit ist. Mach’s gut!

- Das Telefonat hat gut getan. War eine gute Idee von Noah. Hätte ich auch darauf kommen können, aber was soll’s. Wir haben uns beide alles von der Seele geredet und es fühlt sich an als wäre der Schleier der im letzten Monat über mir gelegen hat endlich gelichtet worden. Es ist zwar schade, dass wir es mit dem Schreiben und Telefonieren aller Wahrscheinlichkeit nicht hinbekommen werden, einfach weil wir beide eher die persönliche Kommunikation bevorzugen, aber dafür haben wir unsere Abmachung getroffen. Ich bin optimistisch, dass das schon alles klappen wird. Wir sind seit Jahre beste Freunde, da werden wird dieses eine Jahr doch nicht allzu viel Schaden anrichten können. Nicht wahr?

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Fast ein Jahr später…
26.Juni, Samstag

Noah ist gerade auf dem Weg in den Supermarkt. Morgen hat seine Mutter Geburtstag, sie wird 60. Großes Fest mit der gesamten Verwandtschaft. Er hat sich bereit erklärt die Geburtstagstorte zu backen, wofür man nicht alles Zeit findet wenn die beste Freundin ans andere Ende der Welt zieht.
Von Emilia hat Noah schon lange nichts mehr gehört, beziehungsweise auch sie nicht von ihm. Sie hatten zwar vereinbart, dass keine Verpflichtungen und Erwartungen bestehen, doch dass bereits nach weiteren 2 Monaten die totale Funkstelle eingesetzt hat, hat ihn schon etwas überrascht. Aber es ist wie es ist. Er ist sich immer noch sicher, wenn ihre Freundschaft halten soll, dann wird sie das auch. Egal wie lange sie nicht mehr voneinander gehört haben. Enttäuscht ist er trotzdem. Schließlich war er der letzte der geschrieben hat.

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Emilia ist seit einer Woche wieder in der Heimat. Allmählich hat sie sämtliche Umzugskisten in der alten neuen Wohnung ausgepackt. Zum Glück konnte sie ihre Vermieterin vor einem Jahr davon überzeugen, jemanden nur zur Zwischenmiete in die Wohnung ziehen zu lassen. So fühlt sie sich jetzt immerhin etwas zu Hause. Auch wenn in der Wohnung viele Erinnerungen hochkommen. Hier hat sie mit Noah so viele lustige Abende verbracht. Auch sie ist enttäuscht. Enttäuscht, dass er nicht mal versucht hat Kontakt zu halten. Seine Nachrichten war nichts sagend, reines Geplänkel. Schließlich hatte sie sich dazu entschlossen abzuwarten, ob er sich von sich aus meldet. Doch es kam nichts. Sie war wütend, sie war enttäuscht, sie war traurig. Jetzt hat sie die Situation akzeptiert. Was sein soll, wird sein. Erzwingen kann man nichts.

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„Emilia, bist du’s?“
„Hey, Noah. Wow! Du siehst so anders aus. Aber ist ja nur klar, ist ja auch schon eine ganze Weile her, dass wir uns gesehen haben.“
Die beiden sind gerade dabei sich einen Einkaufswagen zu schnappen, als sie beinahe ineinander laufen.
„Das stimmt. Du hast dich nicht mehr gemeldet. Dann bin ich davon ausgegangen, dass es so wahrscheinlich besser sein wird.“, sagt er mit zerknirschtem Gesicht und zupft sein dunkelgraues Poloshirt zurecht.
„Und ich dachte du hast mit unserer Freundschaft abgeschlossen, weil deine Nachrichten immer so kurz und emotionslos waren.“, platz es aus Emilia heraus. Die Tränen schießen ihr sofort in die Augen. Nervös tritt sie von einem Fuß auf den anderen.
Die beiden schauen sich erwartungsvoll an. Was sollen sie nur sagen? Haben sie sich noch etwas zu sagen? Die Stille hält schon viel zu lange an.

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Wie vom Blitz getroffen wirft sich Noah mit dem Oberkörper nach vorne über und beginnt herzhaft zu lachen. Verwundert schaut Emilia ihn an.
„Was ist denn so lustig?“
„Die Situation, unsere Missverständnisse, einfach alles. Ich habe mir so unglaublich viele Gedanken darüber gemacht warum du dich nicht mehr gemeldet hast und die Tatsache, dass es deshalb ist, weil du dachtest ich hätte kein Interesse mehr an unserer Freundschaft finde ich einfach zu komisch. Da haben wir wohl aneinander vorbei kommuniziert.“, presst er zwischen seinen hysterischen Kreischen hervor.
Kurz denk Emilia darüber nach was Noah gesagt hat.
„Du hast so Recht, das ist zu komisch. Da ist wohl unsere Fantasie mit uns durchgegangen“, bringt sie gerade noch hervor bevor sie in Noahs Lachanfall einstimmt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit haben sich die beiden wieder soweit beruhigt, dass sie die genervte Menschentraube, welcher der Zugang zu den Einkaufswägen verwehrt blieb, bemerken.

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„Upsi!“, sagen die Beide zur gleichen Zeit, grinsen sich an und müssen sich regelrecht zusammenreißen, dass sie nicht wieder in einen Lachanfall verfallen. Wie in alten Zeiten. Manchen Dingen scheint selbst die Zeit nichts anhaben zu können. Die beiden ziehen sich schließlich in eine ruhige Ecke des Supermarkt Parkplatzes zurück. „Wir hätten echt mehr oder eben besser kommunizieren sollen. Vor allem nach unserem Telefonat dachte ich, dass wir es gepackt hätten. Dann wurde es aber nur noch schlimmer.“, sagt Emilia kaum hörbar. „Du hast Recht, wir hätten das auch anders lösen können. Wenn wir beide unseren Stolz etwas weiter hinten angestellt hätten, wäre die gesamte Situation auch sicherlich nicht zum Problem geworden.“, stimmt Noah ihr mit nachdenklicher Miene zu. „Aber was passiert ist, ist passiert.“, fährt er fort, „Und jetzt können wir nur das Beste daraus machen und weitermachen. Was hältst du davon?“. „Hört sich für mich nach einem guten Plan an.“, erwidert Emilia mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und schließt ihre Arme fest um Noah. Sein Gesicht hellt auf und er erwidert die Umarmung liebevoll.

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„Deine Mutter hat morgen Geburtstag, nicht wahr. Geschenk schon besorgt?“
„Wollte gerade die Zutaten für die Torte einkaufen. Kannst gerne mitkommen und wir backen zusammen, falls du Lust hast? Zur Feier eingeladen bist du natürlich auch.“
„Du und backen? Seit wann das? Aber natürlich, liebend gerne bin ich dabei“
„Tja, ich glaube wir haben viel aufzuholen. Dieses Mal ohne Missverständnisse, dafür mit einer Extraportion Humor und Sahne“
Emilia lächelt Noah an. „Das hat mir gefehlt.“
Die beiden lösen sich aus ihrer Umarmung und schnappen sich einen Einkaufswagen und verschwinden durch die Eingangstür des Supermarktes.

Glosse – Alles inklusive

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In der heutigen Zeit lautet die Strategie führender Modefirmen: möglichst viel Kleidung in möglichst kurzen Abständen produzieren und verkaufen. Die Folge sind circa 24 Kollektionen im Jahr, negative Folgen für die Umwelt, unsere Gesundheit und die Arbeiter in der Textilindustrie.
Mit Hilfe überspitzer und ironischer Formulierungen wird das Thema Fast Fashion kritisch beleuchtet.

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Für Leseratten

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Texte, Texte, Texte ...

Von humorvollen über sarkastischen bis hin zu ernsten Texten ist alles dabei. Einfach mal durchlesen oder auch nur zuhören.

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Unter einem Blindtext versteht man eine Art Platzhaltertext. Dieser wird von Gestaltern benötigt, wenn ein Layout mit Text gestaltet werden soll, der endgültige Text aber noch nicht zur Verfügung steht und Lorem Ipsum nicht verwendet werden soll.

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Blindtext
Lesedauer ca. 2 min

PDF-Version zum Lesen:
https://drive.google.com/file/d/1HRp24Znlfc68lyolXH4cDZF71WtYDqLB/view?usp=sharing

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Glosse über die Schulpolitik zu Corona-Zeiten

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Glosse
Lesedauer ca. 2 min

PDF-Version zum Lesen:
https://drive.google.com/file/d/1a3TLONx7bJlskRsHXpkkUAdqQVhQIqs9/view?usp=sharing

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Kurzgeschichte

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Kurzgeschichte
Lesedauer ca. 20 min

PDF-Version zum Lesen:
https://drive.google.com/file/d/1i2xZR4emNywFewrzPRs1ncVnTwJ-nAWh/view?usp=sharing

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BlueFarm, ein neuartiges Produkt.Hafermilchpulver in Tüten. Hier ist Produkt und Firma analysiert

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BlueFarm Werbekonzeption
Lesedauer ca. 10 min

PDF-Version zum Lesen:
https://drive.google.com/file/d/1mQmwOLJxsVLeELECbnpQ3ljqcSn8eLOZ/view?usp=sharing

Werbedokumentation – BlueFarm

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Die Firma BlueFarm mit ihrem veganen und nachhaltigen Hafermilchpulver wurde genauer unter die Lupe genommen bzw. deren Produkt, Marketing und Wettbewerbsumfeld analysiert. Anschließend entstanden SWOT-Analyse, Zielgruppendefinitionen und Customer Journey als Basis für neue Claim-Ideen und Konzeptvorschläge für Werbespots. Später wurden alle Ergebnisse in einer Dokumentation festgehalten, für das Auge ansehnlich gestaltet und an das aktuelle Firmendesign angepasst, sodass die Analyse theoretisch der Firma vorgestellt werden könnte.

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Fast Fashion – Fast destruction

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Kommentar zum Thema Fastfashion

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Wie oft trägst du ein Kleidungsstück, bis es in der hintersten Ecke deines Kleiderschrankes sein Ende findet? Oder in den Müll wandert? Wie viele Teile besitzt du, die nie getragen werden? Und wie viele neue Teile kommen im Jahr dazu?
Es ist ein alltägliches Szenario, das jeder von uns kennt. Wir stehen vor unseren Kleiderschränken, die aus allen Nähten platzen, und finden nichts zum Anziehen. Schließlich greifen wir doch wieder zu dem Pulli, den wir immer tragen. Der Rest wird vergessen. Das hindert uns trotzdem nicht, beim nächsten Ausverkauf wieder richtig zuzuschlagen. Und wo soll darin jetzt das Problem liegen? Das schadet doch keinem, oder? Die Frage ist schnell beantwortet. Es schadet jedem von uns. Denn die Fast Fashion Industrie ist eine der schmutzigsten Industrien überhaupt.

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Fast Fashion, also „schnelle Mode“ ist ein Geschäftsmodell der Textilbranche. Neueste Designs werden als Massenware produziert, und sind in den größten Modehäusern der Welt zu finden. Die laufend wechselnden Kollektionen werden von den neuesten Trends inspiriert und sind zu einem günstigen Preis für jeden von uns verfügbar. Man ist immer auf dem Laufenden. Und genau deswegen suchen die Kunden die Geschäfte immer wieder auf. Was vor drei Monaten gekauft wurde ist längst nicht mehr aktuell, und muss durch etwas Neues, Angesagtes ersetzt werden.
Der Modegigant H&M veröffentlicht im Jahr bis zu 16 unterschiedliche Kollektionen, und auch die Marke ZARA bringt sogar alle zwei Wochen eine neue Kollektion auf den Markt, was 24 Kollektionen im Jahr entspricht.

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Es entsteht ein riesiger Berg an neuproduzierter Kleidung, der jedes Jahr wächst. Allein von 2000 bis 2014 hat sich die Menge an neuproduzierter Kleidung verdoppelt, es wurden 100 Milliarden Kleidungsartikel neu gefertigt. Und wer soll das alles tragen? Fakt ist, dass in Folge dieser enormen Überproduktion die Modemarken nicht warten, bis eine Kollektion ausverkauft ist. Stattdessen wird diese durch eine Neue ersetzt. Was mit den übriggebliebenen Teilen passiert, lässt sich pauschal nicht beantworten, die Modehäuser geben dazu nur bedingt Auskunft. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass ein Großteil davon verbrannt wird. Laut dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (2019), und Business of Fashion (2018), wird nur ein Prozent der neuen Kleidung recycelt und 80 Prozent der in der EU verkauften Kleidung landet auf dem Müll.

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Dass die Marken ihre Kleidung so billig anbieten können, liegt an der Produktion. Diese findet meist im Ausland, oft in Asien statt. Denn dort haben die Arbeiter*innen nicht die gleichen Rechte wie in westlichen Ländern. Sie können also als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Wie problematisch die Arbeitsbedingungen wirklich sind, hat sich 2012 bei einem Unfall in einer Textilfabrik in Bangladesch gezeigt. Es kam zu einem Brand im Gebäude, der 117 Menschen das Leben kostete. In den Produktionsländern herrschen zudem nicht die gleichen Produktionsstandards wie in Deutschland. Filtersysteme, die die giftigen Chemikalien und Textilfarben während der Fertigung davon abhalten sollen ins Abwasser zu gelangen, werden oft nicht benutzt, um eine billigere Produktion zu ermöglichen. Die Chemikalien gelangen so in Flüsse, Seen und Meere, und schaden Tieren, Pflanzen und Menschen. Aber nicht nur durch den direkten Austritt der Schadstoffe aus der Fabrik, wird die Umwelt geschädigt.

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Auch die vermehrte Verwendung von synthetischen Stoffen belastet die Natur nachhaltig. Besonders beliebt ist Polyester, dessen Grundstoffe Erdöl, Steinkohle, Kalk und Erdgas sind. Allein bei der Herstellung von Polyester werden jährlich rund 98 Millionen Tonnen Erdöl benötigt. Ein großes Problem ist allerdings auch, dass die synthetischen Stoffe kaum bis gar nicht biologisch abbaubar sind. Beim Waschen der Polyesterkleidung im alltäglichen Gebrauch lösen sich winzige Fasern ab, die dann als Mikroplastik in das Abwasser und anschließend in die Flüsse und Meere dieser Welt gelangen. Darunter leiden Fische, Vögel und sämtliche andere Bewohner der Gewässer. Durch den Verzehr von Fisch und Salz kann das Mikroplastik aber auch in den menschlichen Körper gelangen. Die Modebranche ist für 35 Prozent des Mikroplastik in den Meeren verantwortlich, und wir, als Konsumenten, mit ihnen.

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Auch wenn 60 Prozent der Kleidung aus synthetischen Fasern gefertigt wird, ist Baumwolle immer noch ein unverzichtbarer Rohstoff der Modeindustrie. Gut so, denn vergleicht man den CO2 -Ausstoß während der Produktion eines T-Shirts, verbraucht ein Baumwoll-Shirt zwei Kilogramm CO2 und ein aus synthetischen Fasern gefertigtes Shirt sechs Kilogramm CO2. Also das Dreifache! Dennoch birgt auch die Baumwollproduktion ihre Probleme. Das Hauptproblem ist der große Wasserverbrauch, so stecken in einem Kilogramm Baumwolle etwa 11.000 Liter Wasser. Auf den meisten Baumwollfeldern werden zusätzlich Pestizide und Insektizide verwendet. Zwar gibt es „Bio-Baumwolle“ die ohne Pestizide angebaut wird, diese liegt in der globalen Baumwollproduktion jedoch unter einem Prozent.

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Die Modebranche muss sich verändern, und mit ihr der Verbraucher. Denn schon jetzt macht diese Zehn Prozent des weltweiten CO2 -Ausstoßes aus. Doppelt so viel, wie der gesamte Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Wir Menschen werden immer mehr auf der Erde. Und wenn wir nicht gegensteuern, gegen die Wegwerfgesellschaft und den Massenkonsum, werden wir unseren Heimatplaneten zu Grunde richten.
Aber es wäre nicht richtig, sich nur zu beklagen. Schon jetzt ist einiges im Wandel. Das Umweltbewusstsein der Menschen wächst, was die Fridays for future-Bewegung gezeigt hat. Es gibt einige junge Fashionbrands, die über die Missstände der Modebranche aufklären und sich für faire und nachhaltige Produktion und Waren einsetzen. Zwar sind diese oft teurer, haben aber auch eine bessere Qualität und halten länger.

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Wenn wir uns also mit weniger, aber dafür Gutem zufrieden geben würden, müssten wir nicht ständig Neues kaufen. Auch blüht der Markt für Secondhand-Produkte auf. Immer mehr Plattformen bieten auch online ihre gebrauchten Stücke an, denn Individualismus ist etwas, das sich die Menschen wünschen, in Zeiten, in denen jeder das Gleiche trägt. Auch andersherum funktioniert das Konzept: Kleidung, die nicht mehr gefällt, kann gespendet oder verkauft werden, so landet diese nicht im Müll und bereitet einer anderen Person womöglich Freude. Die großen Modemarken geraten immer mehr in Kritik und bieten teilweise schon nachhaltige Kollektionen an, inwieweit diese aber wirklich fair und nachhaltig produziert wurden, lässt sich nur schwer sagen.

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Jetzt und in Zukunft ist es wichtig, die Kinder schon von klein auf, über die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit aufzuklären. So, dass wir alle eine neue Wertschätzung gegenüber unserer Kleidung und deren Fertigung bekommen, denn in diese ist ein Stück unserer Erde geflossen. Es muss aufhören, dass der höchstmögliche Profit über allem steht. Denn letztendlich zahlen wir alle den Preis dafür.

Freie Stelle in Textilfabrik

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Glosse zum Thema Fastfashion

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Sie sind unzufrieden in Ihrem Job? Wissen nicht, was Sie mit Ihren ganzen Urlaubstagen anfangen sollen? Und außerdem verdienen Sie viel zu viel? Dann haben wir den richtigen Job für Sie! In unserer Textilfabrik gibt es garantiert keine überflüssigen Rechte. Hier können Sie sich einzig und allein auf die Arbeit konzentrieren. Keinerlei Ablenkungen durch Mittagspausen, Prämien oder Gehaltserhöhungen. Außerdem müssen Sie sich nie wieder um ihre Work-Life-Balance sorgen, denn der Life-Part fällt einfach weg. Also worauf warten Sie noch? Das Beste daran: Sie arbeiten für eine Modemarke, die weltweit großen Profit macht! Auch wenn Sie selbst davon nichts sehen, können Sie immer noch damit angeben.

Jetzt noch ein paar wichtige Fakten über uns. Unser Unternehmen ist sehr stolz auf den großen Teil der Umweltarbeit, den wir leisten. Durch die Chemikalien und Giftstoffe, die dank unserer extra billigen Produktion in die Umwelt gelangen, verhindern wir die Überpopulation der meisten Arten.

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Und die Tiere, die das Ganze überstehen, sind wohl besonders überlebensfähig. Außerdem trägt unser Unternehmen zu einem gesunden Lifestyle bei. Durch die vielen synthetischen Stoffe, die wir benutzen, gelangt Mikroplastik in die Meere. Welches dann durch Fisch oder Salz in unseren Körpern landet! Und alles, was aus dem Meer kommt, kann nur gesund sein. Wir achten besonders darauf, dass der Verbraucher am Ende den kleinstmöglichen Preis zahlt, naja, damit dieser besonders viel und besonders oft bei uns kauft. Denn für uns ist nichts wichtiger, als der Profit. Was die Kunden mit Freuden annehmen, die, Gott sei Dank, alle egoistisch sind. Wenn Sie also keine Lust mehr auf First-World-Problems haben, dann sind wir der richtige Arbeitgeber für Sie! Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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Reportage – Organspende – Wenn die Luft dünn wird

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Eine Reportage zum Thema Organspende ist entstanden. Sie gibt private Einblicke in das Leben von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Gleichzeitig erfährt man aber auch nützliche Fakten zu dem Thema.
Schnapp dir ne Tasse Kaffee und viel Spaß beim Lesen!

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Wenn die Luft dünn wird und es nur eine Rettung gibt…

Zwei unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen haben die gleiche Hoffnung: Eine neue Lunge. Doch ihre Chancen stehen schlecht. In Deutschland gibt es viel zu wenig Spender. Werden die beiden rechtzeitig eine Spenderlunge erhalten, oder wird ihnen die Luft ausgehen?

Der Weg von Sabine und Heinz.

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Allein in Deutschland warten jährlich rund neuntausend Menschen ­aktiv auf ein Spenderorgan. Tendenz steigend. Jede*r Einzelne hofft Tag für Tag, dass für sie/ihn der Wunsch auf ein längeres Leben in Erfüllung geht. Doch es ist nicht garantiert, dass jede*r, der auf der Transplantationsliste steht, auch damit rechnen kann, ein Organ zu erhalten. Denn bundesweit sind zwar rund 30 Prozent der Bevölkerung als Organspenderer*innen registriert, doch es gab nur circa 900 Organspenden im vergangenen Jahr, erklärt Professor Doktor Weinelt von der Uniklinik in Würzburg.
Wir begleiten Sabine Klauer und Heinz Eckert ab Januar 2020 auf ihrem Weg des Wartens. Sie geben private Einblicke in ihre Gefühlswelt und lassen uns an ihren regelmäßigen Arztbesuchen teilhaben. Keiner weiß, wie diese Reise ausgehen wird. Da Organspende kein Thema ist, welches einfach abgearbeitet werden kann, reden wir im Folgenden nicht von S. Klauer und H. Eckert, sondern von Sabine und Heinz, deren Leben einen ungewissen Verlauf hat.
Sabine ist 38 Jahre jung und leidet an COPD. Dies ist eine Chronische obstruktive Lungenerkrankung, bei der ­sich die

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Atemwege dauerhaft verengen, und insbesondere die Ausatmung erschwert wird. Sie hat letztes Jahr im Sommer geheiratet und wünscht sich mit ihrem Partner nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Mit ihrer kaputten Lunge würde sie eine Schwangerschaft jedoch nicht überleben.
Heinz ist 63 Jahre alt und wartet ebenfalls auf eine passende Spenderlunge. Er hat Lungenfibrose. Dabei bildet sich übermäßig viel Bindegewebe in der Lunge, das nach geringer Zeit vernarbt. Die Krankheit beeinträchtigt die ­Sauerstoffaufnahme, verringert die Dehnbarkeit der Lunge und führt so zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion, die sich in Symptomen wie Luftnot und Reizhusten äußert.
Heinz ist also rund um die Uhr an eine Sauerstoffflasche gebunden, die er in einem kleinen Rollköfferchen hinter sich her zieht. Ohne diesen Sauerstoff würde er innerhalb von sechs Minuten ersticken. Er erzählt: „ich bin vor kurzen Opa geworden und möchte gerne mit meinem Enkelchen im Garten spielen und sehen wie es aufwächst.“ Da die Krankheit bei jedem unterschiedlich schnell voranschreitet, weiß keiner,

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wieviel Zeit ihm noch bleibt.

Januar 2020

Sabine und Heinz haben bisher noch ­keinen Platz auf der aktiven Transplantationsliste. Wir begleiten die beiden bei der Untersuchung, die darüber entscheidet, ob sich das ändern wird. Dafür werden unterschiedliche Tests, wie eine Blut-Gas-Untersuchung, Lungenfunktion oder Ähnliches, durchgeführt. Am Ende werden Punkte vergeben, die sich aus den Ergebnissen der Untersuchungen errechnen. Je höher die Punktanzahl, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf eine neue Lunge. Hundert Punkte gibt es maximal beim lung allocation score, kurz LAS.
Heinz hat es geschafft, er hat 82 Punkte erreicht und rutscht damit auf einen priorisierten Transplantationslistenplatz. „Jetzt heißt es für mich nur noch warten, bis ich einen Anruf vom Krankenhaus erhalte, dass ein passendes Spenderorgan für mich da ist. Ich habe jetzt also rund um die Uhr mein Telefon bei mir und bin abrufbereit“, erzählt uns Heinz mit Tränen in den Augen. Für ihn beginnt nun die Zeit der qualvollen Ungewissheit, dem Gefühl, dem Ziel so nah

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und doch so fern zu sein. Am Anfang hatte Heinz Probleme damit durchzuschlafen. „Ich hatte Angst, den Anruf des Krankenhauses zu verpassen“, sagt er. Doch mittlerweile habe er sich an das Warten gewöhnt.
Im Schnitt wartet man in Deutschland zwischen sechs und vierundzwanzig Monaten auf eine passende Spenderlunge. Einen längeren Wartezeitraum überleben die Patienten meistens nicht, sondern sterben noch bevor sie ein passendes Organ erhalten.
Bei Sabine verliefen die Unter­suchungen leider nicht wie gewünscht. Sie hat nur einen sehr niedrigen Wert von 32 bei dem LAS-Test erreicht. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf ein baldiges Spenderorgan drastisch. „Um nicht an Sauerstoffmangel zu ersticken, brauche ich eine halbe Stunde für zehn Treppenstufen. Trotzdem geht es mir von den Werten her immer noch zu gut, um auf einen priorisierten Transplantationsplatz gesetzt zu werden. Es ist unglaublich frustrierend und kräftezehrend“, erzählt Sabine uns niedergeschlagen nach den Untersuchungen. Erst später realisiert sie, dass das für sie den Tod bedeuten

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kann. Auch wird sie vermutlich keine Kinder mehr bekommen können, denn selbst wenn sie in zwei Jahren noch lebt und eine Spenderlunge erhalten hat, wird nach der Reha ihre biologische Uhr abgelaufen sein.
Krankheiten sind ohnehin schon sehr herausfordernd für eine Beziehung, doch wenn auch noch der Wunsch nach einer eigenen Familie verwehrt bleibt, ist dies eine zusätzliche Belastungsprobe für Paare. 18,2 Prozent aller Scheidungen basieren auf gesundheitlichen Problemen.
Doch die Bindung zwischen Sabi­ne und ihrem Partner ist stark. „Ich ­werde nicht von ihrer Seite weichen, egal was kommt“, bestätigt Sabines Mann.

April 2020

Die letzten drei Monate waren von Warten, Hoffnung und Tränen der Verzweiflung geprägt. Wir bekommen von Heinz Tochter eine Nachricht, dass es ihm schlecht geht. Er liegt seit zwei Tagen auf der Intensivstation und wird künstlich beatmet. Er hat sich eine Erkältung eingefangen, die ihn das Leben kosten könnte.
Professor Weinelt erklärt uns, dass dies nicht ungewöhnlich sei.

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sei. „Der Körper ist in einem Zustand der dauerhaften Belastung. Selbst bei einer kleinen Infektion, die einem gesunden, intakten Körper nichts ausmachen würde, bricht das Immunsystem zusammen. Es ist sowieso schon voll ausgelastet und kann deshalb Krankheitserreger nicht zusätzlich bekämpfen. In dem Fall von Heinz ist die kaputte Lunge nicht mehr in der Lage, den Schleim der Erkältung abzubauen und ­abzutransportieren. Die Maschinen übernehmen nun das ­Atmen für Heinz.“
Für Heinz ist jetzt eine Spenderlunge die einzige Rettung. Die Ärzte haben ihn in ein künstliches Koma versetzt, damit der Körper sich erholen kann und die Belastung geringer ist. Ohne Spenderlunge wird er nicht mehr selbstständig leben können. Er rutscht jetzt auf der Transplantationsliste an vorderste Stelle. Er und seine Angehörigen können nur noch hoffen.
Sabine geht es mit den zunehmend wärmeren Tagen auch zunehmend besser. „Ich habe das Gefühl tiefer durchatmen zu können.“ Das gibt ihr Hoffnung, noch länger durchzuhalten. Auch wenn sie damit auf der Liste immer weiter nach unten rutscht, versucht sie optimistisch zu

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bleiben und sich abzulenken. Sie hat das Häkeln für sich entdeckt. „Ich habe eine Beschäftigung gefunden, die mich nicht anstrengt. Bis zum Winter habe ich die Decke dann hoffentlich fertig.“

17. April 2020

Der Professor erhält einen Anruf von ­Eurotransplant. Es steht eine passende Spenderlunge für Heinz zur Verfügung. Er hat nun eine halbe Stunde Zeit, die Daten der Spenderlunge mit den Daten von Heinz abzugleichen, ob das Spenderorgan auch wirklich zu hundert Prozent für ihn passend ist. Damit wird die Wahrscheinlichkeit möglichst klein gehalten, dass sein Körper die Lunge abstößt.
Eurotransplant ist eine Europäische Organspende-Organisation, die sich aus den Mitgliedsländern Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien bildet. Andere Länder regeln die Organspende individuell. An die Hauptzentrale in Leiden in den Niederlanden werden die Daten eines zur Verfügung stehenden Organs übermitteln. Daraufhin wird dort eine individuelle Empfängerliste generiert, die sich alle drei

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Sekunden aktualisiert. Eurotrantplant informiert nun das Krankenhaus, bei dem der Patient an erster Stelle gemeldet ist.
Doktor Weinelt wägt ab, ob die Lunge aus Belgien für Heinz in Frage kommt. Er gibt die rückmeldende Bestätigung. Die Lunge passt.
Würde er die Lunge ablehnen, würde Eurotransplant das Krankenhaus des zweiten Patienten auf der Warteliste informieren, welches ebenfalls dreißig Minuten Zeit hätte, um eine Entscheidung zu treffen.
Das Krankenhaus, in dem Heinz liegt, schickt nun ein Transplantationsteam los, um die Lunge dem Spender zu entnehmen und Professor Doktor Weinelt zu überbringen. Er wird die Transplantation durchführen und informiert die Angehörigen über die gute Nachricht. Jetzt müssen alle die Daumen drücken, dass es nicht zu Komplikationen kommt und der Körper von Heinz die neue Lunge gut annimmt.
Sein Körper wird das Spenderorgan aber auf jeden Fall als körperfremd erkennen, und es wird zu Abstoßungsreaktionen kommen. Bestimmte Medikamente, sogenannte

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Immunsuppressiva, helfen jedoch dabei, diese Abstoßungsreaktionen zu unterdrücken und erhöhen so die Erfolgsaussichten der Transplantation. Heinz wird also nach der Spende jeden Tag eine Vielzahl an Medikamenten einnehmen müssen.
Bei einer Organentnahme arbeiten meist mehrere Teams gleichzeitig. In der Regel geht jedes Organ eines Spenders in ein anderes Mitgliedsland oder zumindest in ein anderes Krankenhaus. Eine krankenhausinterne Spende kommt nie vor, um zu vermeiden, dass diese Patienten bevorzugt werden.
Heinz wird in den Operationssaal gebracht und in Narkose versetzt. Wenn alles nach Plan läuft, dauert der Eingriff ungefähr sechs Stunden. Sein Brustkorb wird geöffnet und der Chefarzt beginnt damit, die kranke Lunge frei zu legen und zu entnehmen. Das Team mit dem Spenderorgan trifft ein und präpariert die Lunge für die Transplantation. Der Chefarzt beginnt die Lunge einzusetzen und alle Gefäße miteinander zu verbinden. Heinz wird von der Lungenmaschine genommen, die aktuell das Atmen

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für ihn übernimmt. Gespannte Stille. Der erste Atemzug mit der neuen Lunge. Erleichterung.

20. April 2020

In den letzten drei Tagen hat Heinz sich von der schweren Operation erholen können. Er atmet jetzt schon vollständig eigenständig mit seiner neuen Lunge. „Es ist noch so surreal, ich habe keinen Schlauch mehr unter der Nase, der mich mit Sauerstoff versorgt. Die ersten Tage waren anstrengend und ich bin sehr erschöpft, doch ich merke, dass es immer besser wird. Ich muss mich jetzt an meine neue Lunge und das neue Leben erstmal gewöhnen“, erzählt er voller Freude.
Nach einer Lungentransplantation ist es wichtig, dass die Patienten schnellstmöglich mit der Reha beginnen. Dort lernen sie das Atmen neu. Durch die vielen Jahre mit der kaputten Lunge haben sich die Betroffenen oftmals eine inkorrekte Atmung angewöhnt. Sie müssen jetzt lernen tief einzuatmen, um die neue Lunge und die Muskulatur zu trainieren und zu stärken.
Heinz packt wenige Tage später seine Koffer, um sich für sechs Wochen in die Reha-Klinik zu begeben. Danach beginnt

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für ihn ein völlig neues Lebensgefühl.

Mai 2020

Wir erhalten von Sabine eine Nachricht: „… ich liege im Krankenhaus. Als ich mit meinem Mann einen kleinen Spaziergang gemacht habe, spürte ich ein Stechen im Herzen und mir wurde schwarz vor Augen. Mit Sirene und Blaulicht haben sie mich dann ins Krankenhaus gebracht. Verdacht auf einen Herzinfarkt …“
Vor Ort darf keiner zu ihr. Das Infektionsrisiko sei zu groß. Ihr Mann erzählt uns, dass das Herz von Sabine überlastet ist. Es steht nicht gut um sie.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass beim Warten auf eine Spenderlunge andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Herz versucht durch häufigeres Pumpen, mehr Sauerstoff in den Blutkreislauf zu bekommen, um alle weiteren Organe ausreichend versorgen zu können. Dabei kommt es öfter vor, dass das Herz einen Schaden nimmt.
In Sabines Fall hat das Herz so viel arbeiten müssen, dass sich ihr Herzmuskel entzündet hat. Sabines Körper ist bereits so schwach, dass sie die nächste Nacht nicht überleben wird.

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Die einzige Rettung wäre eine Herztransplantation. Doch in ihrem Fall würde sie auch diese Operation nicht überleben, da ihre Lunge die lange Narkose nicht verkraften könnte. Außerdem ist es nahezu unmöglich, dass für sie in den nächsten Stunden ein Spenderherz zur Verfügung steht.

8. Mai 2020

In der folgenden Nacht hört Sabines Herz um 1:42 Uhr auf zu schlagen. Für sie gab es keine Rettung.
Etwa 9.200 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. 2020 gab es bundesweit nur 913 Organspenden. Täglich sterben hier im Durchschnitt drei Menschen auf der Warteliste. Das liegt unter anderem daran, dass in Deutschland noch keine Widerspruchsregelung eingeführt wurde. Das heißt in Deutschland muss man sich aktiv für eine Organspende entscheiden. In anderen Ländern wie beispielsweise Spanien, gibt es diese Gesetzgebung bereits. Hier ist also jeder automatisch ein potenzieller Spender, solange er sich nicht aktiv dagegen entscheidet. Deutschland ist daher Weltmeister im Importieren von Organen. Auf eine Million Einwohner, kommen hier

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gerade mal 11,3 Organspenden. In Spanien sind es dagegen 48.
Sabine ist also eine dieser drei Menschen, denen am 8. Mai die Chance auf ein Weiterleben verwehrt blieb.

Juni 2020

Heinz berichtet, wie es ihm nach der Reha und der vergangenen Zeit geht. „Anfangs war es merkwürdig ohne meine Sauerstoffflasche, die ich immer und überall dabeihatte. Ich hatte ständig das Gefühl, etwas vergessen zu haben … Es ist unglaublich, letztes Wochenende habe ich eine Radtour gemacht und es war herrlich. Es ist ein völlig neues Lebensgefühl. Es ist unbeschreiblich schön, mein Enkelkind aufwachsen zu sehen und mit ihm auf dem Spielplatz zu toben. Ich bin sehr, sehr dankbar für die Chance, die ich bekommen habe.“ Heinz erzählt auch, dass er trotzdem die andere Seite der Organspende nicht vergisst. Es musste ein Mensch sterben, damit er leben kann. Kurz nach seiner Operation schrieb er einen Brief an die Familie des Spenders, um sein Mitgefühl mitzuteilen.
In Deutschland ist es gesetzlich geregelt, dass die

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Organspende ein anonymisierter Vorgang ist. Es ist jedoch möglich, einen Brief an Eurotransplant zu schicken, die diesen dann an die Angehörigen weiterleiten. Doch auch nur unter der Bedingung, dass die Familie in dieses Verfahren vor der Spende eingewilligt hat.
Heinz wird auf ewig dankbar für diese Chance sein.

Glosse – Theater in der Pandemie

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Eine Glosse drückt in der Regel auf sarkastische und ironische Weise die Unzufriedenheit des Autoren aus. Auch hier wird das Thema Corona und dessen Politik ins Rampenlicht der Bühne gerückt um dem Frust freien Lauf zu lassen.

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Kulturprogramm: Theater in der Pandemie

Wer braucht schon in Zeiten von Corona das Kulturprogramm Theater, wenn man es doch tagtäglich auf dem Silbertablett serviert bekommt und dann in der Hauptrolle auch noch Markus Söder spielt? Jeden Abend um zwanzig Uhr fünfzehn kann man sich das Schauspiel ansehen, was sich hinter den Kulissen bei den Ministerpräsidenten so abspielt. Dieses Stück muss eine Komödie sein, denn man kann nur noch lachen und das so heftig, dass einem die Tränen kommen. An dieser Stelle muss ich jedes Mal aufpassen nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren, um nicht an einem Heulkrampf zu verenden.
In der heutigen Vorstellung geht es wieder mal um die Streitigkeiten der Darsteller. Jeder möchte die Hauptrolle spielen, um den eigenen perfekten Pandemiefahrplan durchzusetzen. Angela, die Regisseurin, hat alle Hände voll zu tun, die Akteure einigermaßen unter Kontrolle zu halten, damit diese sich nicht wahllos mit FFP2-Masken beschmeißen oder gar mit AstraZeneca Darts spielen.

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Deshalb musste auch der gute Herr Nüßlein das Ensemble verlassen. Er hatte hinter der Bühne angefangen mit Masken zu dealen, um in der großen Schlacht an vorderster Front mitkämpfen zu können. Dies kostete ihn seine Rolle als Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion. Auch Löbel zog ihm gleich, mit ihm wurde die Maskenmafia ausgelöscht. Stellt sich die Frage, wie lange es wohl dauert, bis ein weiterer Vorhang fällt und der nächste Skandal ins Rampenlicht tritt.
Es dauerte nicht lange, bis sich die nächste Tragödie ereignete. Beim AstraZeneca-Darts wurde scheinbar die neue, junge Souffleuse in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde tot in ihrem Souffleusenkasten aufgefunden. Die Impfnadel steckte noch. Die Todesursache ist also eindeutig. Sie ist eine der 30 Fälle von 18,1 Millionen, die bei der Impfschlacht mit AstraZeneca mit ihrem Leben bezahlte. Nun wurde also eine Teilnahmebedingung von 60 Jahren verhängt, denn diese seien härter im Nehmen und falls es doch mal zu Verlusten kommen sollte, sei dies nicht so schlimm. Was für Angela nun eine Umstrukturierung ihres Ensembles bedeutet. Junge raus,

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Alte rein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie das unkoordinierte Impfen unter Kontrolle bekommt, liegt bei fast Null. Da ist es scheinbar einfacher, alte, robuste Senioren aus ihren Altenheimbetten zu schleifen. Die können immerhin froh sein, dass sie so aus ihrer Isolation Freigang bekommen.
Die Besetzung des Stücks schrumpft also bedenklich und es wird immer schwerer, aus den Altenheimen noch Leute her zu bekommen, die nicht bei der kleinsten Aufregung an Atemnot umfallen wie tote Fliegen. Da ist es doch schon recht sinnvoll, das Kulturprogramm Theater weiter laufen zu lassen und genüsslich mit einem Eimer Popcorn zuzusehen, wie die Komödie doch zu einem bitterbösen Drama umschlägt. Aber hey, dass ist völlig okay. Uns ist schließlich allen bekannt, dass man bei einer Schockstarre eben nix machen kann. Blöd nur, dass diese schon über ein Jahr anhält.
Also seid morgen Abend wieder dabei, wenn es heißt: Vorhang auf, für unsere Däumchen drehende Bundesregierung.