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Grenzerfahrungen. Der Umgang mit Gewalt und ihrer Darstellung im Designkontext am Beispiel der Gewalt gegen Frauen*

Die Nacht von Iguala

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Die folgenden Arbeiten befassen sich abstrakt wie auch konkret mit dem medienwirksamen sogenannten "Mexiko-Prozess" der Firma Heckler & Koch.
Die geometrischen Kompositionen sind ausschließlich aus dem Logo von H&K entstanden.
Unterbrochen werden diese von Illustrationen der Menschen, die in irgendeiner Weise in den Prozess verwickelt waren - von Hinterbliebenen über Zeugen bis hin zu Angeklagten.

2005 hatte Heckler & Koch beim Wirtschaftsministerium einen Exportantrag für das G36 nach Mexiko gestellt.
Das Verteidigungsministerium war für den Waffendeal, das Auswärtige Amt dagegen. Es erhob Bedenken und lehnte die Lieferung ab. Die Begründung: Weiterhin regelmäßige Menschenrechtsverletzungen durch Polizeikräfte. Trotzdem wurde kurz darauf nach Mexiko geliefert. Eigentlich dürfen Kriegswaffen wie das G36 nicht in Krisengebiete exportiert werden. Es geschah dennoch.

In der Nacht von Iguala* waren mindestens 38 Sturmgewehre des Types G36 im Einsatz. Die Seriennummern lassen keinen Zweifel: Es handelt sich um Fabrikate der Firma Heckler & Koch.

*Am 26. September 2014 wurden 43 Studenten einer Hochschule in Ayotzinapa (Guerrero, Mexiko) zur Ausbildung von Grundschullehrer:innen, in Iguala entführt und später ermordet.
Sie befanden sich auf dem Weg zu einer Kundgebung, als die lokale Polizei einschritt, die Busse anhielt und ohne Vorwarnung das Feuer eröffnete.
Auf den Straßen von Igula wurden in dieser Nacht sechs Studenten von der Polizei erschossen.
Der weitere Ablauf war zunächst unklar. Spätere Ermittlungen ergaben, dass die restlichen entführten Studenten von den Polizeichefs an das kriminelle Drogen-Syndikat Guerreros Unidos übergeben und mutmaßlich ermordet wurden.

Februar 2019 Stuttgart Tag der Urteilsverkündung

Die Sekretärin wird zu 17 Monaten Bewährungsstrafe und 250 Stunden soziale Arbeit verurteilt.
Ein ehemaliger Vertriebsmitarbeiter zu 22 Monaten auf Bewährung und 80.000 Euro Strafe an soziale Einrichtungen.
Von H&K werden die Verkaufserlöse der illegal transportierten Waffen in Höhe von rund 3,7 Mio Euro eingezogen.
Die restlichen Angeklagten werden freigesprochen. Alles ehemalige Geschäftsführer, darunter auch Peter Beyerle.

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