Akzeptanzlücke

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Digitale Körper und Posthumane Fotografie

Können wir simulierten Körpern Empathie entgegenbringen? Mein Projekt beschäftigt sich mit dieser Fragestellung genauso wie den Mechanismen der digitalen Bildsynthese, die für solche Darstellungen eingesetzt werden.
Entstanden sind fünfzig Bilder und eine theoretische Auseinandersetzung, zusammengefasst in dem Buch "Akzeptanzlücke".

Ein Portrait eines Mannes

Ein Portrait einer Frau

Ein Kopf einer Frau

Eine Frau im Profil

Die Augen einer Frau

Die sogenannte Akzeptanzkurve beschreibt den Zusammenhang zwischen der Ähnlichkeit eines Objekts zum Menschen und der emotionalen Reaktion, die es in uns auslöst. Je menschlicher, desto positiver fällt diese aus. Überschreitet ein solches humanoides Objekt jedoch ein bestimmtes Niveau des Anthropomorphismus, ändert sich unsere Reaktion schlagartig. Diesen Einbruch in der Akzeptanzkurve nennt man “Uncanny Valley”.

Mein Projekt versteht sich kurz vor dem Abgrund zum “Uncanny Valley”. Anstatt mit dem Versuch realitätsgetreuer Abbildung in besagtes Spektrum zu fallen, soll die Serie nicht imitieren. Surreale Elemente werden in dem, was wir als Gesichter lesen, bewusst eingeführt und betont.

Der Mund eines Mannes

Der Kopf eines Mannes nah von oben

Ein Portrait einer Frau

Eine Frau im Profil

Was ist "Posthumane Fotografie"?
Welche Bilder entstehen, wenn die Kontrolle über Ausschnitt, Auslösung und Inszenierung nicht in Menschenhand liegen?

Die Bilder meines Projekts verstehen sich eigentlich nicht als Fotografien, auch wenn sie deren Bildsprache imitieren. Es sind Renderings. Die simulierte Kamera im virtuellen Raum ist einzig ein Bezugspunkt für die Berechnungen der einzelnen simulierten Lichtstrahlen.
Position, Rotation und Brennweite dieser virtuellen Kamera wurden randomisiert, um ein ständiges Umkreisen der Subjekte zu erzielen. Zuletzt wurden zufällig pro Modell zehn Einzelbilder ausgewählt und gerendert. Der fotografische Akt, also das Positionieren, Ausrichten und Auslösen wurde komplett automatisiert und somit dehumanisiert.

Ein Mann im Profil

Eine Frau im Profil

Dennoch können die entstandenen Bilder als Fotografien gelten, weil sie als solche gelesen werden. Denn der einzige menschliche Faktor, der nicht entfernt wurde, ist die Bildrezeption, das Bild-Lesen.

Eine wirklich posthumane Fotografie darf demnach nicht für ein menschliches Publikum bestimmt sein. Meine Arbeit erfordert aber zwingend den Menschen als Rezipienten: Erst durch ein menschliches Gegenstück entfaltet die Serie ihre Wirkung. Die entstandenen posthumanen Bilder sind extrem auf humane Rezeption ausgerichtet. Anders gesagt: Ein minimal menschlicher Prozess soll maximale menschliche Reaktionen auslösen.

Mein Projekt soll also die Frage nach digitaler Empathie für simulierte Körper direkt an die Oberfläche tragen. Es soll zu einer unausweichlichen Auseinandersetzung führen und die Grenzen der Fotografie vor diesem Hintergrund austesten.

Das enstandene Buch

Buchseite

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Ein Bild von mir

8 Kommentare

richtig stark!

hammer Ding!

Sehr gute Arbeit!

Mega interessantes Thema! Umsetzung passt sehr gut zum Inhalt

voll interessant!

super spannendes Projekt!

Unglaublich starkes Projekt!

Richtig cool, mich würde sehr interessieren, wie das gemacht wurde.

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