Die handgeschriebene Frakturschrift Amadé ist der Versuch, eine Verbindung zwischen Mozart und Graffiti schaffen. Nicht nur Mozarts berühmte, mit dem Pseudonym Amadé unterschriebenen Briefe, sondern auch die Kontraste, Harmonien und der hohe Wiedererkennungswert seiner Kompositionen dienten neben historischer und moderner Graffiti-Kultur als Inspiration für die Schriftgestaltung.
Grundlage für Formfindung und technische Umsetzung bildeten folgende Fragen: Wie hätte Graffiti zu Mozarts Zeiten aussehen können? Welche technischen Möglichkeiten waren gegeben? Und was hätte Graffiti aus Mozarts Feder unverwechselbar gemacht?

Die ersten Entwürfe erfolgten, wie für Frakturschriften üblich, mit Breitfeder und Zeichentusche. Um dem Thema Graffiti gerechter zu werden, fiel die Wahl letztendlich auf den Pinsel, welcher höhere Strichstärkenkontraste, dynamischere Formen und eine spannende Textur ermöglicht.
Um so nah wie möglich an den handgezeichneten Buchstaben zu bleiben, wurde digital nur so viel nachbearbeitet, wie es die Software erforderte. Amadé ist somit eine komplett analog hergestellte Pinsel-Fraktur mit besonderem Fokus auf Authentizität.

Die auffälligsten Merkmale sind zweifellos die Pinsel-Textur und die dynamischen Formen, womit Amadé sich klar von federgeschriebenen Schriften unterscheidet. Oft sind Striche gewollt zu lang, zu kurz oder überschneiden sich, um die Dynamik weiter zu unterstützen: Schließlich muss eine Graffiti-Schrift in kurzer Zeit auf diverse Untergründe gebracht werden können.
Abweichende Texturen und Schwarzwerte sind auf die während des Schreibens abnehmende Menge und den mit der Zeit zunehmenden Trocknungszustand der Tusche zurückzuführen und ergeben ein lebendig wirkendes Schriftbild.

Ilustrationen von Daniel Usula (Instagram: shitlife_crisis)

Auch wenn die Schrift Amadé ihren Ursprung in historischen Frakturschriften findet, ist die Formensprache und Ausführung von modernem Graffiti und Nametagging inspiriert. Sie soll eine Brücke zwischen historisch und modern schaffen und somit auch für beide Zwecke einsetzbar sein.
Seit einigen Jahren haben sich die gebrochenen Schriften wieder endgültig etabliert und werden entgegen traditioneller Satzregeln auch gern im Versalsatz verwendet. Besonders häufig taucht Fraktur auf Albumcovern, Merchandising-Artikeln und Tattoos in der Hip Hop- oder Punk-Kultur auf. Innerhalb dieser beiden Subkulturen wird auch Graffiti gefeiert und praktiziert wie in keiner anderen Szene. Es liegt also nahe, dass bei der Entwicklung von Amadé auch dieser Kontext eine Rolle spielte.

4 Kommentare

Amadé ist sehr sché

sehr geil! 🙂

bin immer noch begeistert wie toll deine schrift geworden ist! auch echt schöne seitengestaltung, und die gespiegelten schmuckzeichen sind super

Elegant!

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