Eine Schrift für/über/mit Mozart – so die Aufgabenstellung. In dieser Schrift entschied ich mich für »mit«. Es geht um die Architektur zu Lebzeiten Mozarts. Vor allem die barocke Architektur, aber auch schon in ihren Anfängen die klassizistische prägten das Stadtbild von Salzburg und Wien. Das äußere Burgtor in Wien fiel mir dabei ins Auge. Auch wenn es in der Form wie wir es heute kennen erst nach Mozarts Tod erbaut wurde, ist es ein repräsentativer Vertreter des Klassizismus. Warum aber ein Bauwerk zum Leitbild nehmen, das Mozart nichtmal mit den eigenen Augen gesehen haben konnte? Die Ideale des Klassizismus in der Architektur gehen einher mit denen der Wiener Klassik in der Musik.

Im Klassizismus spielt klare Formensprache und eine geo- und stereometrische Gestaltung eine führende Rolle. Daher sind die strengen geometrischen Formen Kerngedanke der Burgtor. Die gesamte Schrift ist streng konstruiert. Ausgangspunkt ist stets der Kreis, der die Punzen- und Serifenform festlegt. Im Grunde ist die Form des Stamms ein Resultat extremer Kehlung zur Serife hin – ein maßgebliches Prinzip. Lediglich Buchstaben mit Diagonalen sind eckiger gestaltet. Dies verleiht der Schrift die notwendige Ernsthaftigkeit, die sie nicht zur reinen Systemschrift werden lassen.
Besondere Freude entwickelte ich am Spiel mit den mir gegebenen Elementen. Ich probierte viel, entwarf viel und es entstanden immer neue Zeichen und Formen, die noch vollkommen neu erschienen. Eine kleine Auswahl an Buchstaben ist durch ein zusätzliches stilistisches Set erweitert.

Der gesamte Satz enthält einen regulären Black-Expanded-Schnitt und eine dünne Variante. Bei nahezu gleichbleibenden Zeichenbreiten entstehen so ungewöhnliche Binnenräume und ermöglichen ein flexibles Spiel innerhalb beider Sätze. Diese bieten sich zur gemeinsamen Kombination an – besonders als Plakatschrift oder für selbstbewusste Gestaltung im Digitalen eignet sich die Burgtor.

Die Burgtor entstand im Kurs „26+.ZeichenSetzen.SchriftEntwurf“ bei Prof. Gertrud Nolte. Vielen Dank an Frau Nolte und ihre Unterstützung Tessa Steinmeyer und Jakob Fangmeier, die mit Rat und Tat die Schriftentwicklung begleitet haben.

3 Kommentare

Find ich mega nice

ich liebe die thin expanded variante

Auch richtig starke Buchstaben und voll gut aufbereitet!

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