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Städte sind Überlagerungen vieler verschiedener Netzwerke und ein großer Teil davon spielt sich heute im Digitalen ab. Anteile kultureller, wirtschaftlicher, planerischer und infrastruktureller Stadtstrukturen sind mittlerweile digitalisiert oder werden grundsätzlich digital erzeugt. Sie gehören zur Stadt und stehen mit ihren Elementen in Wechselwirkung. Anders als die physisch, erfahrbare Stadt allerdings, sind diese digitalen Anteile nicht sichtbar und nur im Zusammenspiel mit digitalen Anwendugen bzw. Interfaces, wahrnehmbar. Die einzelnen Bestandteile sind seit einigen Jahren bereits Gegenstand urbanistischer Forschung, zu den Auswirkungen der gesamtheitlichen, digitalen Stadt gibt es jedoch eher wenige Konzepte. Ein Ansatz, wie die Erweiterungen von Städten in den digitalen Raum beschrieben werden könnten, ist der einer ganzheitlichen Betrachtung urbaner Datenspuren.

Dieses theoretische Konstrukt, die virtuelle Stadt, kann mit Hilfe von raumtheoretischen Überlegungen und Erkenntnissen aus der Urbanistik, beschrieben und näher beleuchtet werden. Davon ausgehend können wahrnehmungpsychologische Phänomene, Veränderungen in der Stadtplanung und -öffentlichkeit hinsichtlich ihrer Korrelationen mit dem Konzept untersucht werden.

Eine gestalterische Aufgabe in diesem Kontext wird zukünftig sein, Übersetzungen für Aspekte der virtuellen Stadt zu finden, die dabei helfen sie zu verstehen und greifbar zu machen. Daraus könnte sich ein neues Verständnis entwickeln, das Städte in ihren physischen und virtuellen Realitäten, gesamtheitlich betrachtet. Um Zugang zu den so kombinierten Systemen zu finden, werden interaktive Visualisierungen und Physikalisierungen von städtischen Datenspuren, vorgeschlagen. Sie können Ausgangspunkt für die weitere Erkundung an der Schnittstelle physische – virtuelle Stadt sein.

Die Verknüpfung der zwei grundlegenden Komponenten – die physische Erweiterte Objekte und die virtuelle Stadt – unter Einbeziehung ihrer Verzweigungen, findet sich im Ausstellungskonzept in Form von vier Installationen wieder, die sie räumlich erfahrbar interpretieren. Sie machen gleichzeitig jeweils eine Art von zuvor beschriebener Datensatzkategorie erfahrbar und stehen für Anteile heutiger Städte: Handel und Tourismus, Infrastruktur, Baukultur und Kunst und Kultur. Anhand dieses Narrativs wurden Objekte gesucht, die eine Verbindung zwischen physischer Stadt, virtuellem Anteil und Betrachter:innen schaffen.

Sie erzählen von alten und bekannten urbanen Anliegen und neuen Strukturen, einer hybriden Stadt. Um die Spannung zwischen den beiden Bereichen – analog und digital – möglichst klar herauszustellen, fiel die Wahl auf ausschließlich mechanische, analog zu verwendende Objekte: neben dem Thermographen, eine alte 100-jährige Waage, ein alter Faltplan von Regensburg und ein Rollmaßband aus den 1960er Jahren. Sie werden so manipuliert, dass mit ihnen jeweils Datensätze erkundet werden können.

[...] virtual cities will intermingle with real cities, when the abstract and the real will merge into one another, and it is then that our traditional concepts of understanding, let alone planning the city will simply disappear.

Batty 1997:172

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