Die Welt von morgen

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Spekulationsdesign als Stickeralbum

Wie sieht die Welt von morgen aus?
Diese Frage stellten sich bereits die Hersteller des Stickeralbums "Die Welt von morgen" als sie im Jahr 1959 ihre Ideen für die Zukunft aufschrieben.
Auch ich stellte mir diese Frage knapp 60 Jahre später. Entstanden ist ein neues Stickeralbum mit 26 Idee für die Zukunft. Es zeigt die Fortschritten der letzten 60 und gibt Ausblicken für die kommenden 60 Jahre. Zudem gibt es ein kleines Handbuch um die Zukunft der Vergangenheit besser einordnen zu können.

Was du hier siehst ist ein Sticker-Sammelalbum. Ähnlich denen, die wir von „Panini“ kennen und die, immer wieder in den Supermärkten auftauchen, wenn eine Fußballweltmeisterschaft ansteht. Dieses Album hier ist jedoch ein bisschen anders. Es wurde von dem Nudelproduzenten „Birkel“ im Jahr 1959 herausgegeben und behandelt die Zukunft. Aus der Sicht der Menschen von 1959 können wir nun betrachten, welche Wünsche und Erwartungen sie an die Zukunft hatten. Wir können nun vergleichen, was die Menschen glaubten, dass passieren könnte und wie es, wie wir wissen, was passiert ist.

Wenn man mit dem Handy über die Sticker fährt, kann man die Erfindung in der heutigen Zeit entdecken, oder auch eben nicht..

Nicht jeder weiß, wie die Menschen aus den 60ern gedacht haben. Um ihre Ideen im richtigen Licht zu sehen, sind in diesem Handbuch einige Fakten zum Jahr 1959 gesammelt. Interessant ist es vor allem auch die Ideen aus dieser Zeit mit jenen aus der heutigen zu vergleichen und zu schauen, wo wir anders denken und uns anders verhalten würden als die Menschen damals

Wie wird es dort aussehen in dieser Welt von morgen?
Diese Frage birgt mehr Gewicht, als man es ihr zuerst zutraut. Sie ist der Kompass, nach dem wir unsren Kurs setzen können. Betrachten wir die Welt, wie sie derzeit ist, so könnte man vor lauter Krisen fast den Mut verlieren. Wir sehen festgefahrene Herrschaftsstrukturen, ungehemmten Ressourcenverbrauch, steigende Ungleichheit, Rassismus, Sexismus, ...
„Aber diese Unfähigkeit, sich eine Welt auszumalen, in der die Dinge anders sein werden als in der Gegenwart, beweist nicht, dass der Wandel unmöglich ist, sondern lediglich ein Beleg für einen Mangel an Phantasie.“(Rutger Bergman: Utopia for realists)

Hier kommt eine Praktik ins Spiel, die wir Spekulationsdesign nennen. Denn „Design [soll] nicht schöne Formen gestalten, sondern Probleme lösen [...]. Nicht die oberflächliche Ästhetisierung, sondern das Verbessern der Welt bildet das Ziel.“(Anette Geiger: Social Design ein Paradox?)
Ein gemeinsames Ziel kann unverhoffte Mengen an Energie und Tatendrang freisetzen. Denn Geschichten und Träume geben uns Inspiration und verändern unsere Blickwinkel. Sie machen uns vergessen wie die Dinge jetzt sind und lassen uns fragen, wie könnten sie sein? “This form of design thrives on imagination and aims to open up new perspectives on what are sometimes called wicked problems, to create spaces for discussion and debate about alternative ways of being, and to inspire and encouragepeople‘s imaginations to flow freely. Design speculations can act as a catalyst for collectively redefining our relationship to reality.”(Anthony Dunn, Fiona Raby: Speculative Everything.)

Wir beginnen mit einer schrittweisem Suchen in die verschiedensten Richtungen. Vergleichen und Kombinieren von unterschiedlichsten Bereichen, Problemen, Feldern und Expertisen. Wechseln wir unsere Sichtweise, unsere Denkweise, unsere Systeme. Lasst uns mit Laien zusammenarbeiten, mit Experten, mit Verbrauchern, mit Produzenten, mit jedem, der irgendwo beteiligt ist. Überprüfen wir, was wir glauben zu wissen und was wir glauben nicht zu wissen. Betrachten wir unsere Probleme genau.

Das Ziel ist es sinnvolle Alternative aufzuzeigen. Wir brauchen Spekulationsdesign nicht etwa, weil es genau vorhersagt was passiert. Sondern weil es uns eine Verhandlungsbasis gibt von der aus wir starten können “The way the world is follows from how we think; the ideas inside our heads shape the world out there. If our values, mental models, and ethics change, then the world that flows from that worldview will be different, and we hope better.”(Anthony Dunn, Fiona Raby: Speculative Everything.)

Effizient durch weniger Zeit / 4-Tages-Woche

Werte generieren statt verschieben / Bedingungsloses Grundeinkommen

Neue Aufgaben / Alte Jobs – neue Jobs

Bildung für eine neue Welt / Gesamtschulen

Und zugeschaltet aus... / Digitale Events

Wir gehen online / Digitale Infrastruktur der Behörden

Aus den Wolken / Internet für alle

Der Stein der Weisen / Molekulare Nanotechnologie

Zurück in den Boden / CO2-Reduktionsanlagen

Viele kleine Sonnen / Kernfusion

Die Mischung macht's / Erneuerbare Energien

Schneller als fliegen / Hyperloop

Fahrerlos / Automatisierung

Wir werden elektrisch / Völlig neuer Nahverkehr

Ground Control to Major Tom /Besiedlung des Mars

Spezialisierung durch Größe / Telemedizin

Fleisch aus dem Labor / Vegetarische Ernährung

Wie eigen Fleisch und Blut / Organspende aus dem Labor

Jedem was er braucht / Individualisierte Medikamente

Zersetzter und Sammler / Roboter zur Müllsammlung

Tausendsassa / Stadtgärten

Wir rücken zusammen / Vereinigte Staaten von Europa

Wieder auf Anfang / Naturreservate

Taler, Taler du sollst wandern / Formen der Währung

Mutter, Vater, ... / Familienbild

Gemeinsam ist es einfach / Mehrgenerationshäuser

3 Kommentare

Richtig spannend und echt gut umgesetzt, ich würde die AR Sachen so gerne selbst ausprobieren!

Sehr interessante Inhalte und faszinierende Aufmachung!

Woah! was da einfach alles entstanden ist, mega cool! kann mich da Giulia nur anschließen!

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