Digital Particles in Natural Space

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Noch nie wurde unsere (Um-)Welt so intensiv über und mit Bildern wahrgenommen und erfahren wie in der heutigen Zeit. Die Erfindung der digitalen Welt in Verbindung mit dem technischen (digitalen) Bild haben eine Bildwelt erschaffen, die uns omnipräsent umgibt. Das aktuelle menschliche Dasein ereignet sich vorzugsweise in Bildern und nur sekundär in der Realität. Dieser Wandel hat unsere Wahrnehmung und unser Verhältnis zur natürlichen Umwelt immens verändert.


Die Arbeit umfasst einen Raum, der als Referenz zur natürlichen Welt agiert. Die Wände sind mit Zeichen bespielt, die als Zugang zur digitalen Welt dienen. Mithilfe von Augmented Reality (AR) muss das Subjekt die Zeichen digital erforschen und interpretieren, um sich dem Raum in einem höchst individuellen Prozess anzueignen.

● DIE ZEICHEN
Die Zeichen sind anhand unterschiedlicher Systeme entwickelt worden. Sechs der zwölf Zeichen orientieren sich an Leiterbahnen, die unter anderem zur Signalübertragung dienen. Vier sind ausgehend von Schriftsystemen erstellt, um das spezielle Verhältnis zwischen dem technischen Bild, das aus einem rein binären Code besteht, und Text zu verdeutlichen. Außerdem imitieren zwei der Symbole ein Pixelraster, wodurch der Bildschirm als Schnittstelle zur digitalen Welt aufgegriffen werden soll.

Jedes Zeichen ist einer Kategorie zugeordnet, die für einen eigenen thematischen Inhalt steht. Diese Kategorien stellen spezielle Aspekte der digitalen Welt dar. Im Zuge der Recherche sind auch stetig Fragen aufgekommen, die teilweise unbeantwortet in das Projekt eingebunden wurden.

(1) Partizipation (2) Digitale Barrieren (3) Digitale Natur (4) Raum und Zeit (5) Wahrnehmung (6) Digital Outsiders (7) Identität (8) Geformte Welt (9) Codierung (10) Weltaneignung (11) Austausch (12) Wechselwirkung

Gibt es Heimat im Internet?

● DER RAUM
Durch die Verortung und Begrenzung auf ein Zimmer wird der digitale Komplex, dessen Reichweite und Größe für den Menschen wenig begreifbar sind, auf einen sichtbaren Bereich reduziert. Diese Reduktion lehnt sich an den von Marshall McLuhan (1911–1980) definierten Begriff des »globalen Dorfes« an. Dieser besagt, dass die Welt durch die Digitalisierung auf eine kleine, vernetzte Ortschaft geschrumpft ist.

Die Wände dieses analogen Raumes sind mit schwarzen, geplotteten Zeichen bespielt. Sie dienen zum einen als Abstraktion der Bildwelt und zum anderen sind sie als Zugang zur digitalen Welt anzusehen, da sie teilweise mit einem digitalen Inhalt erweiterbar sind. Im Vordergrund steht der Begriff des:der Bilderanalphabet:in, der von Vilém Flusser (1920–1991) geprägt wurde. Durch die räumlichen Begebenheiten entstehen zudem digitale und analoge Barrieren, da nicht für jede:n die Inhalte erreichbar und somit zugänglich sind.

Detailansicht der Zeichen

Der Raum in Benutzung

Der digital erweiterte Inhalt auf dem Tablet

● AR-INHALTE
Bei den Inhalten handelt es sich um eigene und externe Werke, da die digitale Welt ein kollaboratives Netzwerk darstellt, das nur durch die aktive und passive Partizipation verschiedener Personen und Positionen funktioniert. Diese Inhalte sind bewusst abstrakter Natur, um die schwierige Zugänglichkeit des technischen Bildes zu unterstützen.

● BUCH
Zusätzlich ist ein Buch entstanden, das die Rauminstallation begleitet. In dem Buch werden die theoretischen Herleitung und das Konzept erläutert sowie die gesamten digitalen Inhalte und Symbole eingebunden.

20 x 21 cm
110 g/m², 240 g/m² Transparentpapier
42 Seiten

Begleitendes Buch Cover

Begleitendes Buch, Seite 15

Begleitendes Buch

Begleitendes Buch

4 Kommentare

🔥🔥🔥

👏🏻

Extrem umfassend und gleichzeitig super detailreich- ich bin echt beeindruckt. Richtig stark gemacht!

Tolles Projekt, ich bin stolz auf dich 🙂

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