Erase the Pain

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Inszenierung und Ästhetisierung von Gewalt

Seit jeher ist Gewalt ein zentraler Bestandteil und Aspekt unserer Gesellschaft und generell des (menschlichen) Lebens. Wir können sie überall um uns herum wahrnehmen. Dieser Zustand hat sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Wenn überhaupt scheint er sich in manchen Bereichen sogar verstärkt zu haben. Die Menschheit wirkt geradezu besessen von der Faszination, die Gewalt auf uns ausübt. Durch dieses Projekt wollte ich Gewalt und ihren Reiz für die Zuschauer*innen greifbarer machen. Ich wollte Faszination, vielleicht aber auch Abstoßung oder Befriedigung erzeugen, Grenzen austesten und vielleicht sogar überschreiten. Die Betrachter*innen sollen in einen bunten Strudel aus Gewalt, Schmerz und Farben hineingerissen werden, dem sie sich nicht entziehen können und diesen auf verstörende Art und Weise vielleicht sogar anziehend finden. Ebendieser voyeuristische Genuss soll am Ende des Filmes reflektiert werden, wenn die Zuschauenden gewaltsam aus dem Film und zurück in ihre nicht-inszenierte Realität gerissen werden.

Im Laufe des Filmes wird eine recht abstrakte Storyline ohne den Gebrauch von Dialogen und lediglich über eine auditiv-visuelle Ebene erzählt. Im Mittelpunkt dieser steht ein weiblicher Hauptcharakter. Die Protagonistin durchlebt im Laufe des Filmes verschiedene Arten von Gewalt. Allerdings wird diese hierbei nicht sichtbar an ihr ausgeübt, da ich sie nicht in einer Opferrolle darstellen wollte. Stattdessen verkörpert die Hauptdarstellerin die verschiedenen Gewaltarten, macht sich diese somit zu eigen und wird dadurch regelrecht zu verschiedenen Gewaltgottheiten.
Im Laufe des Filmes wird Gewalt teilweise sehr direkt gezeigt, aber häufig auch über eine metaphorische Ebene dargestellt. Die Intensität und Direktheit der Darstellung steigert sich je tiefer wir in den Strudel vordringen.

Der Aufbau lässt sich in vier Kapitel untergliedern. Diese bestehen, mit Ausnahme des letzten, aus einem hyperinszenierten statischen ersten Teil, in welchem Emma als ikonisierte Gewalt die jeweilige vorstellt und einem zweiten, dessen Fokus mehr auf schnellgeschnittenen aktiven Gewaltdarstellungen liegt. Zweiterer ist teils auch weniger stark „ästhetisiert“, sondern beinhaltet auch „hässliche“, sehr gewalttätige Shots, die schnell und aggressiv geschnitten sind.
Die Gewaltart, die im ersten Kapitel beschrieben wird, lässt sich als häusliche Gewalt zusammenfassen, da es ein Wechselspiel zwischen Isolation und sexueller Gewalt darstellt, wie es häufig bei dieser Art der Gewalt, der Fall ist. Im Anschluss daran wird systematische Gewalt thematisiert. Nach diesen beiden Kapiteln schlägt das passive Erfahren von Gewalt in eine aktivere Form der Gewalt um, die sich nicht nur gegen den Hauptcharakter richtet, sondern auch von ebendiesem ausgeht: Hass. Das Finale des Films schließt nun mit Rache, die im Bewegtbild häufig eine fast sakrale Stellung einnimmt.

Director, Director of Photography, Producer - Mara Baues
Assistant Director, B-Camera - Markus Arens, David Kühnlein
Camera Assistance - Julian Gehrig, Stefan Brauner
Gaffer - Mara Baues, Markus Arens, David Kühnlein
Production Assistent - Fiona Engert
Set Runner - Jakob Kracher, Agnes Zurwesten, Elisa Hock
Stills Photographer - Markus Arens
Editor - Mara Baues

Hauptrolle - Emma Mittelbach
Nebenrollen - Nathalie Hübel, Fiona Engert, Benedikt Falkenstein, Jakob Kracher, Agnes Zurwesten, David Baues, Julian Dadrich, Matthias Hofmann, Markus Arens, David Kühnlein, Margarita Kojkov, Meri Nasibov, Magalie Herter-Courbon, Charlotte Klug

7 Kommentare

Hammer! Thema und Bildwelt! 💥🔥

krank geil.

Yoo läuft bei dir 🥵

der song ist für immer in meinem herzen. der film auch! und du ganz besonders!

pam! 🔥 <3

love it 🔥🔥🔥 Die Königin 👑

wahnsinn. grandioses projekt.

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