Europafont

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Der Europafont ist ein Projekt welches an die Werte der Vielfalt, der Freiheit und des Friedens erinnert und als funktionale Schrift auf die sprachliche Individualität in Europa eingeht. Diese Schrift wurde für alle Menschen und den täglichen Einsatz entworfen. Sie verbindet Funktionalität mit Vielfalt. Eine Schrift, die im Alltag ihren Platz einnimmt und auch für besondere Momente genutzt werden kann.

Titel

„Europa ist kein Ort, sondern eine Idee“, so sprach sich der französische Philosoph Bernhard-Henry Lévy im Jahre 1995 für Europa aus. Weniger wird deshalb die geographische Aufteilung betrachtet, sondern mehr die Idee, die die Menschen zusammenbringt und in Frieden und Diversität leben lässt. Diese Idee, dieses Gefühl wird versucht, spürbar zu machen. Dafür ist auch gar kein geographischer Bezug notwendig, vielmehr geht es darum, die Vielfalt der Menschen und deren Sprachen zu bedienen und zu vereinen.

Der Ansatz für die Europaschrift besteht neben der Funktionalität darin, sprachbezogene Besonderheiten aufzugreifen. Der Europafont besitzt eine große Auswahl an sprachbezogenen Ligaturen. Ligaturen sind Buchstabenverbindungen, die ein flüssigeres Schreiben und Lesen ermöglichen. Der sprachliche Bezug fußt auf Lauten, die in jeder Sprache durch die Kombination mehrere Zeichen entstehen. Wir kennen diesen Fall aus dem Deutschen mit dem ch. Diese Zeichenkombinationen werden beim Sprechen einer Sprache zwar deutlich, in einem Text bleibt diese Information jedoch außen vor. Hier betritt der Europafont neues Terrain, indem die Schrift Laute durch Ligaturen sichtbar macht und somit individuelle Besonderheiten der verschiedenen nationalen Sprachen aufzeigt.

Die Idee Europas beinhaltet Aspekte der Vielfalt, des Friedens, der Freiheit, des Wohlstands und des Fortschritts. Doch wenn Europa als System nicht funktionieren würde, wären auch die europäischen Privilegien gefährdet. Funktionieren muss also auch die Schrift für Europa und und zwar nicht nur in großen Formaten, sondern auch und gerade in Fließtexten. In Schriftgrößen zwischen 8 und 12 Pt. muss eine gute Schrift lesbar sein, sonst fungiert sie womöglich primär als Headlineschrift und dient somit der Erfüllung eines ästhetischen, oder gar herrschaftlichen Aspekts, allerdings nicht als funktionale Alltagschrift in einem längeren Fließtext.

Der Europafont ist ein Bachelorprojekt aus dem Sommersemester 2020 von Luca Bettinger.
Betreuung: Prof. Gertrud Nolte
Zweitprüfer: Prof. Dr. habil. Gerhard Schweppenhäuser

18 Kommentare

echt stark!

Wahnsinn wie gut du Schrift mit der Idee Europas verknüpfen konntest. Ich liebe die Ligaturen!

richtig coole Schrift!

Hi Luca, finde Deine Arbeit echt super interessant, die Verbindung von Europa als Idee und Schrift! Herzlichen Glückwunsch!

Lieber Luca, deine Arbeit ist so wahnsinnig rund, sowohl Konzept als auch Ästhetik stehen im Einklang. Danke für so wie tolle Abschlussarbeit!

Next level Ligaturen.

Sehr interessant wie du die Ligaturen auf die jeweiligen Sprachen angepasst hast!

Als Thomas bevorzuge ich klar das TH unter den Ligaturen. 🙂 Klasse Arbeit

12/12

👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼👏🏼

Ein »Europafont« in diesen Zeiten, ein ungewöhnliches Statement, da haben wohl auch die Betreuer ganze Arbeite geleistet. Complimenti!

begeistert

Fan 😀

Die Ligaturen wie ng u. sh sind ästhetisch ein Träumchen u. auch das Schriftbild wirkt stark und an den richtigen Stellen harmonisch! Super Arbeit!

Kann mich Max D. nur anschließen: anfangs hatte ich gedacht „oh Serifen“. Die Ligaturen allerdings funzen ganz schön …
Kann man den Font kaufen?

Wow, cooler Font, cooles Projekt, und coole Betreuer, die sowas fördern! Europe rules!

Was für eine klasse Idee, den europäischen Gedanken mit einer eigens hierfür gestalteter Schrift zu kommunizieren! Einheit in Verschiedenheit!

Es tut gut zu sehen, dass es Professoren wie Frau Nolte gibt, die Studenten mit Talent für Schriftgestaltung voran bringen! Glückwunsch!

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