Glosse – Theater in der Pandemie

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Eine Glosse drückt in der Regel auf sarkastische und ironische Weise die Unzufriedenheit des Autoren aus. Auch hier wird das Thema Corona und dessen Politik ins Rampenlicht der Bühne gerückt um dem Frust freien Lauf zu lassen.

Kulturprogramm: Theater in der Pandemie

Wer braucht schon in Zeiten von Corona das Kulturprogramm Theater, wenn man es doch tagtäglich auf dem Silbertablett serviert bekommt und dann in der Hauptrolle auch noch Markus Söder spielt? Jeden Abend um zwanzig Uhr fünfzehn kann man sich das Schauspiel ansehen, was sich hinter den Kulissen bei den Ministerpräsidenten so abspielt. Dieses Stück muss eine Komödie sein, denn man kann nur noch lachen und das so heftig, dass einem die Tränen kommen. An dieser Stelle muss ich jedes Mal aufpassen nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren, um nicht an einem Heulkrampf zu verenden.
In der heutigen Vorstellung geht es wieder mal um die Streitigkeiten der Darsteller. Jeder möchte die Hauptrolle spielen, um den eigenen perfekten Pandemiefahrplan durchzusetzen. Angela, die Regisseurin, hat alle Hände voll zu tun, die Akteure einigermaßen unter Kontrolle zu halten, damit diese sich nicht wahllos mit FFP2-Masken beschmeißen oder gar mit AstraZeneca Darts spielen.

Deshalb musste auch der gute Herr Nüßlein das Ensemble verlassen. Er hatte hinter der Bühne angefangen mit Masken zu dealen, um in der großen Schlacht an vorderster Front mitkämpfen zu können. Dies kostete ihn seine Rolle als Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion. Auch Löbel zog ihm gleich, mit ihm wurde die Maskenmafia ausgelöscht. Stellt sich die Frage, wie lange es wohl dauert, bis ein weiterer Vorhang fällt und der nächste Skandal ins Rampenlicht tritt.
Es dauerte nicht lange, bis sich die nächste Tragödie ereignete. Beim AstraZeneca-Darts wurde scheinbar die neue, junge Souffleuse in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde tot in ihrem Souffleusenkasten aufgefunden. Die Impfnadel steckte noch. Die Todesursache ist also eindeutig. Sie ist eine der 30 Fälle von 18,1 Millionen, die bei der Impfschlacht mit AstraZeneca mit ihrem Leben bezahlte. Nun wurde also eine Teilnahmebedingung von 60 Jahren verhängt, denn diese seien härter im Nehmen und falls es doch mal zu Verlusten kommen sollte, sei dies nicht so schlimm. Was für Angela nun eine Umstrukturierung ihres Ensembles bedeutet. Junge raus,

Alte rein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie das unkoordinierte Impfen unter Kontrolle bekommt, liegt bei fast Null. Da ist es scheinbar einfacher, alte, robuste Senioren aus ihren Altenheimbetten zu schleifen. Die können immerhin froh sein, dass sie so aus ihrer Isolation Freigang bekommen.
Die Besetzung des Stücks schrumpft also bedenklich und es wird immer schwerer, aus den Altenheimen noch Leute her zu bekommen, die nicht bei der kleinsten Aufregung an Atemnot umfallen wie tote Fliegen. Da ist es doch schon recht sinnvoll, das Kulturprogramm Theater weiter laufen zu lassen und genüsslich mit einem Eimer Popcorn zuzusehen, wie die Komödie doch zu einem bitterbösen Drama umschlägt. Aber hey, dass ist völlig okay. Uns ist schließlich allen bekannt, dass man bei einer Schockstarre eben nix machen kann. Blöd nur, dass diese schon über ein Jahr anhält.
Also seid morgen Abend wieder dabei, wenn es heißt: Vorhang auf, für unsere Däumchen drehende Bundesregierung.

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