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Blah Blah Blah

Grenzerfahrungen. Der Umgang mit Gewalt und ihrer Darstellung im Designkontext am Beispiel der Gewalt gegen Frauen*

Gewalt ist eine Grenzüberschreitung. Sie ist eine anthropologische Konstante, da Menschen sie aufgrund ihres „Mensch-Seins“ potentiell anwenden können, wie auch selbst potentiell von ihr bedroht sind. Die Tradition der Gewaltdarstellungen ist bereits extrem alt und auch die Fragen nach den (schädlichen) (Aus-) Wirkungen von diesen beschäftigt die Menschheit schon lange. Geht es hierbei vielfach um die Sorge, sie könnten violentes Handeln auslösen, beschäftigte mich eher die Fragen nach der Violenz der Darstellung, der Darstellbarkeit von Gewalt, den Darstellungsgrenzen sowie design-ethischen Grenzen. Hierbei liegt mein Fokus auf dem Thema der Gewalt gegen Frauen*, welches aus designforschender Perspektive betrachtet wird. Ich habe nach Typen und Mustern hinsichtlich des Umgangs mit dem Thema im Designkontext gesucht und daran anschließend Antworten auf die Fragen danach, wie ein reflektiert(er)er, verantwortungsbewusst(er)er oder zielführend(er)er Umgang hiermit ausgestaltet sein könnte.

Die Ergebnisse dieser designforschenden Auseinandersetzung mit dem Thema finden sich in einer Buchtrilogie. Die ersten beiden Bände sind hierbei der Analyse verschrieben, der dritte Band lässt sich unter dem Stichwort der Synthese fassen. Die Bände gehören zusammen, bauen aufeinander auf, zeigen verschiedene Perspektiven und Aspekte meine Forschung zum Thema des Umgangs mit Gewalt gegen Frauen* und ihrer Darstellung im Designkontext.

Im ersten Band („Dickicht“) habe ich insgesamt 67 Beispiele mit verschiedenen Fokussetzungen analysiert. Die vorgenommenen Codierungen sind dabei jeweils in einem Strukturbaum dargestellt. Zunächst habe ich zu jedem Beispiel eine strukturale Analyse angefertigt und es durch Kurzinfos kontextualisiert. Danach habe ich mich der Analyse der Bild-, sowie der Textebene, der Kombination der beiden, der Motivation der Gestaltung, den Personentypen und den Gestaltungselementen zugewandt.

Im zweiten Band („Blickwechsel“) wurden Aufbau und Auswertung einer Umfrage zum Thema Wahrnehmung von Gewalt in visuellen Medien aufbereitet, die ich durchgeführt habe, um andere Personen ebenfalls stärker zu Wort kommen zu lassen.

Der dritte Band („Versammlung“) schließlich versammelt meine eigenen aufgrund der zuvor erarbeiteten Erkenntnisse gestalteten Entwürfe, aber auch Skizzen und Ideen. Es ging mir hier nicht darum, die perfekte Anti-Gewaltkampagne zu gestalten, sondern den Prozess hinter der Gestaltung und hinter Gestaltungsentscheidungen zu zeigen, zu zeigen, welche großen Unterschiede schon kleine Veränderungen machen können, und dies nicht unbedingt (allein) auf einer formal-ästhetischen, sondern auf einer design-ethischen Ebene. So zeige ich auch immer verschiedene Varianten und stelle diesen im Buch kurze Reflexionen gegenüber, um auch bei den Betrachtenden zu mehr Reflexion, um zu einem Diskurs und erhöhter Sensibilität beizutragen.

Betreuung: Prof. Gertrud Nolte und Prof. Dr. habil. Gerhard Schweppenhäuser

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