Lebenslinien

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Erinnerungen können nicht festgehalten werden, sie verändern sich jedes Mal, wenn wir sie aus dem Gedächtnis hervorrufen. Sie sind nie konstant, nicht greifbar. Es sind Gedanken, die sich im Lauf des
Lebens weiterentwickeln, die vielschichtig werden,
bis wir nicht mehr wissen an was oder wen wir uns erinnern. Was wir wirklich erlebt haben oder wer wir eigentlich sind?
Lebenslinien zeigt auf einen Blick welche Muster des Erinnerns und Vergessens sich in den verschiedenen Lebensabschnitten abzeichnen. Die Rauminstallation nimmt den Betrachter mit in eine Welt der Erinnerung und zeigt auf abstrakte Weise wie sie sich im Verlauf
des Lebens verändert.

Eingang in den Erinnerungsraum

Aus der Perspektive der Sitzbänke lösen sich die Platten nahezu auf, der Besucher wird eins mit dem Rhythmus der Linien

Sitzmöglichkeiten

Der Besucher kann die Installation in Ruhe betrachten und erfährt über die akustische Ebene eine ganz persönlichen Einblick in die Welt der Erinnerung

AUDIOTEXTE
Eine Erinnerung - Drei Blickwinkel

"Kindheit"
Letzte Woche habe ich das beste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten bekommen. Einen Roller. Er ist knallgelb, genau wie die Sonne. Damit flitze ich jeden Tag durch unsere Straße. Auf und ab, schneller als der Wind. Ich hab sogar schon ein Wettrennen gegen meine Freundin gewonnen. Sie hat einen roten Roller, der viel langsamer ist als mein Gelber. Damit bin ich nämlich so schnell wie der Blitz.

Kindheit

Rückblick Kindheit

"Erwachsen"
Zu meinem 8. Geburtstag habe ich einen Roller geschenkt bekommen, er war gelb oder doch hellgrün? Auf jeden Fall hatte er eine leuchtende, grelle Farbe, die man schon von Weitem sehen konnte. Meine Eltern bereuten das Geschenk frühzeitig, da ich den ganzen Tag die Straße hoch und runter fuhr und dabei die Nachbarschaft gegen mich aufbrachte. Meine Freundin und ich haben häufig Wetrennen veranstaltet, um zu sehen welcher Roller der Schnellere ist. Rot gegen gelb. Ich weiß leider nicht mehr genau wer häufiger gewann, aber wir hatten unseren Spaß.

"Alter"
Ich weiß noch, wie ich damals in meiner Kindheit einen Roller geschenkt bekam. Das war etwas feines, wissen
Sie einen Roller hatte damals nicht Jeder. Es gab noch ein Mädchen in meiner Straße, sie müsste auch einen bessesen haben. Einen Roller. Das war zu meiner Zeit noch etwas Besonderes. Wir sind häufig zusammen gefahren. Das ein oder andere Mal haben wir Ärger bekommen, weil es so laut war, wenn wir damit über die Pflastersteine gedonnert sind. Wir waren wirklich gute Freunde. Ihren Namen... habe ich leider vergessen.
Aber sie hatte auch einen Roller. Fast so einen wie ich, wissen Sie.

Am Ende des Ausstellungsraumes ergibt sich durch den Perspektivwechsel ein Rückblick auf die Installation, ein Rückblick auf die Erinnerungen eines Lebens

2 Kommentare

Sehr schönes Projekt! Besonders die farbigen Paneele sind ein richtiger Hingucker und ein guter Kontrast zum Rest der Ausstellung! :))

Starkes Projekt!

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