Die Fähigkeit Dinge miteinander zu verbinden, ist vor allem in den jungen Jahren eines Menschen von elementarer Bedeutung. Oftmals werden dort Grundsteine für die spätere Entwicklung gelegt. Mit dem Alter tritt es nicht selten auf, dass Menschen diese Fähigkeit ablegen, manche bewusst andere unbewusst. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Verbindungen – Brücken wieder bewusster auf zu bauen. Dinge, Objekte und Gedanken miteinander verbinden. Frei von Zwängen, Zielen oder Regeln. Da wir ständig alles miteinander verbinden, ist es ein unendlicher Prozess. Genau das soll dieses Projekt beschreiben. Verknüpfen, Lösen und wieder neu verbinden. Unser Projekt soll als Sinnbild des Prototyping Prozesses stehen, oftmals werden gute Ideen zu schnell zur Seite gelegt oder nicht gar nicht erst begonnen, weil gewisse Parameter dagegensprechen. Anhand unserer Arbeit lässt sich sehr gut zeigen, dass kein Weg der Falsche ist. Sondern nur, dass mit jedem Prototyp, Gedankengang oder Ansatz weitere Verbindungen und Möglichkeiten entstehen. Das Projekt Proto Brücken ist eine Hommage an unsere kindliche Entdeckungsfreude und den Drang unsere Welt ein bisschen besser Einorden zu können.

Die Suche nach dem perfekten Kreis – Egal ob in der Wissenschaft, Sport oder Kunst- Wir Menschen sind immer einen Schritt vom nächsten "großen" Schritt entfernt. Ununterbrochen versuchen wir ein kleines Bisschen besser und effizienter zu werden. Der Wunsch einen perfekten Kreis locker aus dem Handgelenk zu zeichnen hatte jede*r schon, inklusive den unzähligen Versuche diesem Ziel näher zu kommen. Doch was ist der "perfekte Kreis"? Grundsätzlich existiert er nur einmal mit exakt 360 Grad. Jeder unserer Ansätze mit Stift und Papier mögen fernab einem perfekten mathematischem Vektor sein, doch sind es doch unsere persönlichen Kreise die wir ziehen. Mit den digitalen Möglichkeiten und ihren Gadget's verschwimmen diese Grenzen. Mittlerweile entscheidet eine KI auf unserem Tablett darüber, dass wir einen "Kreis" gezeichnet haben aber eigentlich einen Kreis zeichnen wollen. Eine Antwort auf die voran gestellte Suche muss jede*r selbst für sich definieren.

Beeinflusst uns die virtuelle Welt so sehr, dass wir von einer „digitalen Identität“ sprechen können? Seit Mitte der 1990er werden die Begriffe „Cybergeneration“ und „Growing Up Digital“ das Erste Mal genutzt, um das Wesen und die Merkmale einer neuen Generation zu beschreiben. Heute sprechen wir wiederum von „Social Media“ oder auch „Social Web“, es wird nicht mehr hinterfragt, ob wir digital aufwachsen, sondern wie wir digital aufwachsen. Heute können wir von „Digital Natives“ sprechen. Durch den medialen Wandel ist eine parallel Gesellschaft entstanden – eine digitale Gesellschaft. Gerade junge Menschen, also digital natives, leben verstärkt in der digitalen Gesellschaft. Sie erschaffen sich eine digitale Identität. Durch digitale Medien wird es ihnen ermöglicht in der digitalen Welt eine weitere Identität aufzubauen, die eine Illusion der Selbstoptimierung, Manipulation anderer und sich selbst hervorrufen kann. Kann, ist hier ein wichtiger Begriff, denn nicht jede Person, die eine digitale Identität aufbaut, baut diese negativ auf. Jedoch ist zu beobachten, dass gerade junge Menschen dazu neigen, etwas Fiktives zu schaffen und das auf das reale Leben zu projizieren. Denn durch die immer engere Verwobenheit von digitaler und realer Welt, ist es schwer für Menschen eine klare Linie zu ziehen.

Um die digitalen Prototypen vorzustellen, haben wir beschlossen eine Website aufzubauen, dies ist aus mehreren Gründen unser digitales Medium geworden. Eine Website gibt es uns die Möglichkeit immer wieder Prototypen zu ergänzen und zu erweitern.
Um die digitale Ebene von der analogen Ebene abzugrenzen, haben wir uns auf eine Farbkodierung festgelegt. Für den analogen Teil haben wir die Farbe „weiß“ gewählt, da weiß die für viele Menschen als Farbe für den Anfang von etwas steht. Dazu kommt, dass die Farbe Weiß eine Neutralität vermittelt. Dies ist gerade bei den analogen Prototypen ich wichtiger Faktor, auf den wir bereits eingegangen sind. Für die digitale Ebene haben wir die Farbe „Schwarz“ gewählt. Die Farbe Schwarz wird häufig als „Ende von Etwas“ bezeichnet. Ein Abschluss oder das Ende eines Prozesses. Die Navigation zwischen analog und digital haben wir durch ein Bottom mit „0“ und „1“ versehen. Dies ist angelehnt an den binarischen Code der digitalen Maschinen. Die kleinste Komponente, mit dem sich alle digitalen Geräte funktionieren und miteinander vernetzen lassen.

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