Theodor Rothschild

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Beschäftigt man sich mit dem Holocaust, fällt schnell auf, dass man oft auf die selben Namen stößt – das Schicksal der Anne Frank oder Sophie Scholls sind Beispiele für sehr bekannte Opfer. Doch mich interessieren auch die Leben und Schicksale der Leute, die bisher kaum oder keine Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit bekamen.
Ich wollte einer Person eine Stimme geben, ihre Geschichte erzählen und somit gegen das Vergessen kämpfen. Bei meiner Recherche stieß ich auf Theodor Rothschild, der ein sehr bewegtes und von Schicksalsschlägen geprägtes Leben hatte – nicht nur aufgrund des Völkermordes. Sein Leben setzte ich in den Kontext der Geschichte, um an diesem Beispiel zu zeigen, wie sehr das System der Nationalsozialisten in das Leben vieler Menschen eingriff. Dieses System wird mit Beton dargestellt, welches das Glas der Wände überdeckt.

(Theodor Rothschild – ein jüdischer Pädagoge zwischen Achtung und Ächtung, Kulturreferat der Stadt Esslingen a.N. und Stadtmuseum Esslingen a.N., 1998, S.8)

Theodor Rothschild wurde am 04.01.1876 in Buttenhausen geboren. Er war ein Pädagoge jüdischen Glaubens, der eine sehr große Rolle in seinem Leben spielte. Er veröffentlichte Zeitschriftenartikel, Aufsätze und Bücher, in denen er über seine Arbeit schrieb. Hauptsächlich widmete er seine Zeit jedoch der Wilhelmspflege, dem damaligen jüdischen Waisenhaus in Esslingen am Neckar. Die Freiheit des Kindes war ihm sehr wichtig und er setzte sich für die Förderung der Fähigkeiten seiner Zöglinge ein. Die Großfamilie war für ihn das Ideal für die Entwicklung von Kindern. So schaffte er es, dass die Kinder, Erzieher*innen und die Familie Rothschild in einem familiären Verhältnis zusammen lebten.

Ausschnitte der Wände der Ausstellung.

Einführung

1900

1901–1904

Die Deckenhöhe von zwei Metern löst bei den Besucher*innen leichtes Unbehagen aus.

1914

1927

1931

1938

(Archivbilder Esslingen, Rainer Lotz, Sutton Verlag, 2007, S. 67)

Öffnet man die Klappen, gelangt man zu einer weiteren Informationsebene. (Bildquelle: Stadtarchiv Esslingen)

1939

1944

Der Grundriss

Rechts unten der Eingang, links oben der Ausgang

Eingang zur Ausstellung

1938 hatte Theodor Rothschild die Möglichkeit in die USA zu emigrieren, entschied sich jedoch dagegen. Man gelangt deshalb kurzzeitig nach draußen, muss jedoch anschließend wieder in den Gang zurück, um bis zum Ende der Ausstellung zu kommen.

2 Kommentare

Hat doch mega gut geklappt mit den Mockups. Gute Arbeit Fiona!

Sehr beeindruckend

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