VER[N]EINT

0

EINE AUFARBEITUNG DER DDR GESCHICHTE

Das Projekt thematisiert die Zeit vor, während und nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Beim Begehen der Installation werden die Besucher:innen in das System der DDR geführt, sie tauchen in die Geschichte der Jahre 1949-1990 ein. Der erfahrbare Raum wird von Mauern begrenzt. Die dadurch entstehenden Wege ergeben einen schmalen, tunnelartigen Gang.

Neben historischen Wendepunkten, werden Erfahrungsberichte von DDR Bürger:innen, als Projektion auf den Wänden, sichtbar. Im Fokus der Gestaltung steht das Gefühl der Frei- bzw. Unfreiheit, die Abschottung von der Außenwelt, sowie das freiheitsraubende Regime der DDR. Nach dem Verlassen der Installation, betritt man den freien, offenen Raum. Dort wird man mit dem Zustand des seit über 30 Jahren vereinten, aber doch noch in Ost und West geteilten Deutschlands konfrontiert.

„DIE [...] "MAUER IN DEN KÖPFEN"
GIBT ES AUCH NOCH IN DIESER
GENERATION. ABER SIE IST [...]
NICHT MEHR SO HOCH UND FEST
ZEMENTIERT WIE IN VORHERIGEN
GENERATIONEN.“

Rainer Faus und Simon Storks

Durch den Eingang in der verspiegelten Außenfassade, betreten die Besucher:innen das DDR Regime.

Grundriss der Installation

Staatsgründung der DDR 1949

Das freiheitsraubende System der DDR, Beginn des Mauerbaus 1961

„EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT.“

Verfassung von 1949

Gefüllt mit Bildern und Zitaten über das Leben in der DDR, ermöglicht diese Bilderwand einen emotionalen Einblick in das Land meiner Eltern.

Nach dem ersten Wendepunkt, dem Beginn des Mauerbaus 1961, betreten die Betrachter:innen einen schmalen, tunnelartigen Gang.

Das System "Stasi"

Neben einer umfassenden Kontrolle des gesamten Staatsapparates, der Polizisten und Soldaten oder der Betriebe, war es die Hauptaufgabe der Stasi im Inland, die Bürger der DDR zu überwachen. Jegliche mögliche Gegnerschaft sollte ausfindig gemacht werden. Dazu wurden die Massenorganisationen, wie die FDJ, überwacht und kontrolliert. Aber auch alle DDR-Bürger standen grundsätzlich unter Verdacht. Erschien etwas verdächtig oder wurde gemeldet, wurde direkt eine Überwachung eingeleitet oder der Verdächtige wurde gleich verhaftet. Dabei wurden auch Bürgerrechte missachtet.

Dinge wie Bananen, ein Trabbi, Markenschuhe, die Niethose (Jeans) oder westdeutsche Medien, sind für die Bewohner:innen der DDR ein Symbole der Freiheit. Es war meist sehr schwer sie zu bekommen, wodurch ein noch größeres Verlangen nach Ihnen entstand. Im Innenraum sind die Objekte durch eine Glasscheibe von den Betrachter:innen getrennt. Sie sind nah, aber doch unerreichbar.

Westmedien

Deutschlandfunk, RIAS, SFB, AFN und BFBS, sind als Westdeutsche Sender beliebt in der DDR aber teilweise nicht erreichbar für die Bürger:innen. In Bezug auf das Westfernsehen wurden Schülern beispielsweise diese Prüfungsfragen gestellt: Wie sieht denn die Uhr aus, die ihr immer abends beim Abendessen im Fernsehen seht, hat die Punkte oder hat die Striche? Einzig und alleine um herauszufinden ob Zuhause verbotene Medien aus dem Westen konsumiert werden.

Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es noch unzählige Klischees über Ost- und Westdeutsche.

Die Überreste der Mauer dienen den Besucher:innen als Sitzgelegenheit.

Die Objekte sind von Außen nicht hinter einer Glasscheibe platziert, sondern für die Besucher:innen einfach greifbar. Man kann sie betrachten, anfassen und herausnehmen.

Das die Mauer in unseren Köpfen auch über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch vorhanden ist, bestätigt das wirtschaftliche Ungleichgewicht, das zwischen Ost- und Westdeutschland existiert.

Das Ungleichgewicht zwischen Ost und West existiert immer noch.

„DIE WENDE IST VORBEI,
NUN KANN SICH JEDE/R
ABWENDEN.“

Vokmar Frank

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.