Von der Außenwelt berührt

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Ästhetische Momente in der Unbeständigkeit

Individuen sind tagtäglich mit der Beständigkeit und Permanenz konfrontiert, die Sicherheit suggeriert.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Flüchtigkeit und der Impermanenz des Lebens als Gegenentwurf. Dabei liegt der Fokus auf mono no aware, ein ästhetisches Erlebnis, welches immer im Kontext des Shintoismus, Zen Buddhismus und der japanischen Ästhetik zu betrachten ist. Mono no aware beschreibt die Ergriffenheit eines sich verflüchtigenden Moments, welcher spontan und unbewusst ausgelöst wird.
Diese Arbeit erkundet gestalterisch die Flüchtigkeit, sowie den Facettenreichtum des Themas. Der Prozess war von Exploration und Experimenten geprägt und kulminierte in einer Kartensammlung, die zum einen theoretisches Wissen vermittelt und zum anderen sensibilisiert.

Betreut von: Prof. Gertrud Nolte und Dr. Judith-Frederike Popp

„Mono no aware ist in seiner Formalität kein metaphysisches Konstrukt, sondern ein ästhetischer Begriff, der als sich ständig weiterentwickelnd beurteilt werden muss, abhängig von seiner Wertschätzung durch ästhetisch-sensible Personen. Doch, gleichzeitig ist es auch eine ästhetische Kategorie der besonderen Art, die eine ontologische und metaphysische Wahrheit beansprucht und eine ausgeprägte Phänomenologie des Bewegt-Werdens hervorruft.“

Motoori Norinaga (1730–1801) war ein bekannter japanischer Philologe. Sein Kommentar zu Genji Monogatari von Murasaki Shikibu gilt als Hauptwerk und umfassende Theorie von mono no aware.

Flüchtige Momente sind meistens vergängliche und kurze Augenblicke, die in unzähligen Bereichen des Lebens zu finden sind. Sie existieren im Alltäglichen, Besonderen oder im Unbedeutsamen. Diese Flüchtigkeit können wir über unsere verschiedenen Sinne wahrnehmen. Sei es durch das Sehen, Hören, Schmecken, Riechen oder Spüren. Das Wunder eines einmaligen Augenblicks erleben wir immer wieder aufs Neue. Doch keiner wird genau so aufzufinden sein, wie ein bereits Vergangener. Kein Ort, kein Mensch und kein Erlebnis wird jemals identisch zu einem bereits verflogenen Moment sein.

Im Grunde genommen soll jeder Moment geschätzt werden, denn die Schönheit in ihm wird sich niemals exakt so wiederholen können. Das Schöne wird enden, wie auch alles Andere vergehen wird. Natürlich ist der Gedanke an die Vergänglichkeit deprimierend, jedoch können sich immer wieder neue ästhetische Momente ergeben. Diese Gelegenheiten können in vollen Zügen wahrgenommen werden.

Bei Interesse einer Auflage gerne an carolinakueh@gmx.de schreiben. Wenn das Interesse groß genug ist, werde ich noch weitere Exemplare drucken.

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